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Mit den Füssen fotografiert

Der Mediengestalter und Kunstfotograf Sven Kocar aus Berlin präsentiert zum Auftakt des Kulturzyklus Kontrast seine Bilder. Er stellt darin alltägliche Dinge und Lebewesen aus ungewohnter Perspektive dar. Seine Bilder sind noch bis zum 25. November im ersten Stock der FHS St.Gallen zu sehen.

Sven Kocar sitzt am Boden und zieht sich mit dem rechten Fuss den linken Socken aus. Mit dem grossen Zehen öffnet er die Kameratasche. Es ist eine erstaunlich kleine Kamera, die da zum Vorschein kommt. Während er sie zwischen seine Füsse klemmt, erzählt er: «Ich fotografiere, was mir gerade vor die Linse kommt. Dabei löse ich mehrmals aus für ein Motiv. Manchmal sogar bis zu fünfzig Mal. Ob daraus etwas geworden ist, sehe ich erst am Computer.» Sven Kocar ist Spastiker und fotografiert mit seinen Füssen. Dabei entstehen eindrückliche Fotografien aus einer Perspektive, die man sonst kaum zu Gesicht bekäme: von unten nach oben. «Die meisten Geräte sind nichts für Spastiker, so muss auch meine Kamera enorm viel aushalten», lacht der sympathische Künstler aus Berlin. Die Vernissage ist der Start zum Kulturzyklus Kontrast, der vom 25. bis 29. Oktober an der FHS St.Gallen stattfindet. Wiederum mit Veranstaltungen zu Film, Tanz, Theater, Kunst und Literatur. Gesamtes Programm unter: www.fhsg.ch/kontrast

Seltene Sichtweisen
«Besondere Menschen haben es verdient, ins Zentrum gestellt zu werden», sagt FHS-Rektor Sebastian Wörwag. Dank ihren Begabungen könne sich die Gesellschaft mit ihnen auseinandersetzen, die Grenzen, die zwischen ihnen stünden, verschieben oder sogar vermindern. Der Kulturzyklus Kontrast zeige auf, dass die Menschen zwar beeinträchtigt, aber auch begabt seien. Sven Kocars Lieblingsbild: Haarspaltereien. Es zeigt farbige Tropfen, die sich im Wasser festgesetzt haben. Entstanden ist es aus einer spontanen Idee mit seinem Freund. «Wir haben ein Aquarium mit Wasser gefüllt und wollten sehen, wie die Farbe darin verläuft. Also träufelten wir die Farbe sachte ins Becken.» Dann fotografierte Sven Kocar die Verläufe aus verschiedenen Blickwinkeln. Die Luftblasen, die entstanden sind, sah der Künstler erst am Bildschirm. Seine Bilder sind ausdrucksstark, lassen dem Betrachter aber auch viel Spielraum, zu interpretieren. Nur Menschen kommen selten vor. «Es ist nicht so spannend, die Nasenhaare der Leute abzulichten», lacht er.

Sex, Story und Show
Stefan Ribler hat sich den Kulturzyklus Kontrast zu seinem Lieblingsthema gemacht. Denn dem Dozenten im Fachbereich Soziale Arbeit ist es wichtig, Menschen mit Beeinträchtigung eine Plattform zu geben. «Das Publikum heute war sensationell. Es war dem Künstler zugewandt, hat sich auf ihn eingelassen – und das ist selten.» Die Kunst könne dadurch anders aufgenommen werden, weg vom Mainstream, hin zu einer Form, die berühre und bewege. «Umso mehr freue ich mich auf die folgenden Tage, weil sie diesen Eindruck verstärken werden», sagt Ribler. So zum Beispiel der Film «The Sessions – Wenn Worte berühren»: Mark hatte Kinderlähmung und kann daher weder Arme noch Beine bewegen. Trotzdem möchte er zum ersten Mal Sex haben und holt sich Cheryl, eine Sexualtherapeutin, die ihm hilft, sich zu berühren. Beeindruckend ist auch Michael Fehr, der sich trotz Sehschwäche nicht davon abhält, zu schreiben. Das tut er nicht nur gern, sondern auch gut. Mit seinem Werk «Simeliberg» gewann er den Ingeborg Bachmann Preis. Am Donnerstag liest er daraus vor. Unterhaltsam geht es dann am Freitag weiter mit der Tanzgruppe «I Dance Company», zu der Menschen mit Down-Syndrom gehören und am Samstag mit der Theatervorführung «Olli Hauenstein’s Clown Syndrom».

Sich inspirieren lassen
Der Kulturzyklus Kontrast ist in der Tat ein kontrastreiches Abenteuer. In einer Welt, zu welcher man vermeintlich nur schwer Zugang findet. Die Künstlerinnen und Künstler dieser Woche beweisen das Gegenteil. «Die Bilder sind Ausdruck meiner Kreativität und Persönlichkeit», sagt Sven Kocar. Sein Wunsch: Die Erde einmal aus dem Weltraum zu fotografieren. Ob dieser Traum je in Erfüllung geht, bleibt offen. Mit der Ausstellung an der FHS St.Gallen ging aber ein kleiner Traum in Erfüllung. «Diese Künstler lehren uns, die Welt mit anderen Augen zu sehen», sagt Wörwag und lädt alle dazu ein, sich inspirieren, auch irritieren zu lassen. «Wer weiss, vielleicht sehen wir die Welt danach ein ganz klein wenig anders.»

Impressionen
Kulturzyklus Kontrast: Ausstellung, 25.10.2016
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