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Kernergebnisse der Bildungsstudie Schweiz 2012

Bereits zum fünften Mal führte das Institut für Qualitätsmanagement und angewandte Betriebswirtschaft der FHS St.Gallen in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Weiterbildungsverband die «Bildungsstudie Schweiz» durch. Neben den Studierenden und Weiterbildungsteilnehmenden der Tertiärstufen A sowie B wurden zum ersten Mal auch Politiker aus dem National- und Ständerat zu bildungspolitischen Schwerpunkten befragt. Zu den abgefragten Schwerpunkten gehörten Themen wie Finanzierung, Nachfrage, Titel sowie Transparenz der Abschlüsse und neu geforderte Titelbezeichnungen.

von Prof. Dr. Lukas Scherer und Michael Born, BSc

Das Institut für Qualitätsmanagement und angewandte Betriebswirtschaft der FHS St.Gallen (IQB-FHS) führt jährlich in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Weiterbildungsverband (SVEB) eine Bildungsstudie zur beruflichen Aus- und Weiterbildung in der Deutschschweiz durch. Im Rahmen der fünften «Bildungsstudie Schweiz» wurden gesamthaft über 2‘100 Studierende und Weiterbildungsteilnehmende der Tertiärstufen A sowie B befragt. Die Tertiärstufe A setzt sich aus den Fachhochschulen, Universitäten sowie den pädagogischen Hochschulen zusammen. Zum Tertiär B Bereich gehören die höhere Berufsbildung (Höhere Fachschulen), Vorbereitungskurse auf eidgenössische Abschlüsse (Fachausweis, Diplome) und weitere nonformale Weiterbildungskurse.

Zum ersten Mal wurden für die aktuelle «Bildungsstudie Schweiz» auch 26 bildungsaffine Politiker aus dem National- und Ständerat zu bildungspolitischen Schwerpunkten befragt. Die Schwerpunkte der Bildungsstudie 2012 lagen bei der Finanzierung der Bildung, der nachgefragten Bildungsthemen der Teilnehmenden, angestrebte und bereits erworbene Titel der Bildungsnehmenden und die Transparenz verschiedener Abschlüsse und neu geforderte Titelbezeichnungen seitens Verbände und Politik.

Tertiärstufe B erhält mehr Geld
Die Finanzierung der Bildung war bereits in den vergangenen Bildungsstudien ein umstrittenes Thema in der Bildungspolitik und bleibt es auch 2012. Die Bildungsstudie zeigt, dass Bildungsmassnahmen insbesondere auf der praxisnäheren Tertiärstufe B zum grossen Teil von den Bildungsnachfragenden selbst getragen werden müssen. Entsprechend fordern die befragten Studierende und Weiterbildungsteilnehmende der Tertiärstufe B, aber auch der Tertiärstufe A, höhere Unterstützungsbeiträge in Form von staatlichen Subventionen oder höheren Beiträgen der Arbeitgeber.

Nun will der Bund die eidgenössischen Prüfungen jedoch als „wirkungsvolles Instrument der arbeitsmarktorientierten Zusatzqualifizierung von Berufsleuten“ nachhaltig sichern und somit der Tertiärstufe B mehr unter die Arme greifen. Aus diesem Grund hat der Bundesrat Mitte November 2012 beschlossen, die Prüfungsbeiträge zu erhöhen und eine entsprechende Änderung der Berufsbildungsverordnung vorzunehmen. Diese Änderungen unterstützen auch Kantone, Parteien, Wirtschafts- und Berufsverbände einstimmig. Konkret wird der Bund die Beiträge an die Prüfungskosten von bisher 25% auf 60% erhöhen. Besonders kostenintensive Prüfungen werden zukünftig gar zu 80% subventioniert. Die Änderung des entsprechenden Art. 65 der Berufsbildungsverordnung trat am 1. Januar 2013 in Kraft.

Unterschiedliche Bildungsrendite
In der oberen Einkommensklasse ist ein deutlicher Unterschied bei der Einkommensverteilung auf der Tertiärstufe A im Vergleich zur Tertiärstufe B auszumachen. Der Anteil der Erhebungsteilnehmenden auf Tertiärstufe A, der über ein Jahreseinkommen von mindestens CHF 100‘000 verfügt, liegt mit 28.3 Prozent deutlich höher als auf der Tertiärstufe B mit 6.5 Prozent. Kompensiert wird dieser Unterschied auf der Tertiärstufe B mit einem hohen Anteil in der Einkommensklasse von CHF 50‘001 bis 70‘000.

Die vom Bundesamt für Statistik durchgeführte Schweizerische Lohnstrukturerhebung unterstreicht die Tatsache, dass das durchschnittliche Einkommen mit einem Abschluss auf Tertiärstufe A deutlich höher liegt, als bei einem Abschluss auf Sekundärstufe II oder der Tertiärstufe B. Ebenfalls ist ein bedeutender geschlechterspezifischer Unterschied in der Lohnstruktur zu erkennen, der sich mit zunehmendem Ausbildungsniveau exponentiell zu Gunsten der Männer entwickelt.

Sinn oder Unsinn des Professional Bachelor
Auf Tertiärstufe B werden derzeit die Titelbezeichnungen von Verbänden und Politik kontrovers diskutiert. Dabei geht es einerseits um die internationale Anerkennung von Titeln, andererseits um die Transparenz der Titelbezeichnungen im In- und Ausland. Kritiker des derzeitigen Systems vertreten die Ansicht, dass die Titelbezeichnungen der Tertiärstufe B international kaum verständlich und schlecht positioniert sind. In der Exportwirtschaft, einem wichtigen Standbein der Schweizer Wirtschaft, sind international verständliche Titel jedoch unabdingbar.

Bereits im Juni 2011 wurde daher eine entsprechende Motion im Nationalrat eingereicht, in welcher der Bundesrat beauftragt wurde, «einen Vorschlag für die gesetzliche Regelung zur Einführung des Berufstitels „Professional Bachelor“ vorzulegen». Diese Bezeichnung sei laut Motion die logische Anbindung an das europäisch und global verständliche Titelsystem. Der Bundesrat hingegen sieht diese neue Titelbezeichnung nicht als zielführend, insbesondere aufgrund der unerwünschten Vermischung mit den Titelstrukturen auf Tertiärstufe A. Ähnlich sehen dies die in der Bildungsstudie 2012 befragten National- und Ständeräte: über 75 Prozent sind der Ansicht, dass die bisherigen Titelbezeichnungen beibehalten werden sollen.

Das Thema ist allerdings noch nicht vom Tisch und es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Situation entwickelt.

Die «Bildungsstudie Schweiz» kann hier bestellt werden.
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