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Dr. André Fringer zur Gewissensfrage "Heim - ja oder nein?"

Angehörige, die zu Hause betreuen und pflegen, sind vielfältig herausgefordert. Ihre Probleme erhalten immer mehr öffentliche Aufmerksamkeit. Um Familien zu entlasten, hat die ambulante Pflege ihre Angebote erweitert und attraktiver gestaltet. Der häusliche Pflegemarkt positioniert sich vor dem Hintergrund der sich wandelnden und alternden Gesellschaft.

Für Angehörige ist es nicht einfach, aus den Angeboten das passende zu wählen. Welchen Rat würden Sie einem Menschen geben, der in der häuslichen Pflege eines Familienmitglieds an die Grenze seiner Belastbarkeit gestossen ist, keinerlei Freiraum mehr für sein eigenes Leben hat und selbst zu erkranken droht? Für aussenstehende Personen scheint die Sache schnell klar zu sein: Mittel der ersten Wahl ist ein Heimeintritt.

Das Leben aufgeben
Eine akute Krise, Perspektivlosigkeit und Verzweiflung sind häufig Gründe dafür, warum ein Heimaufenthalt notwendig ist. In anderen Fällen sind Spitalaufenthalte die Ursache für den Übertritt in ein Pflegeheim. Dieser Entschluss stellt einen Meilenstein im Leben der gesamten Familien dar. Nichts wird jemals wieder so sein, wie es einmal war. Eine Form des "sozialen Sterbens" vollzieht sich, das schmerzhafte Spuren bei allen Beteiligten hinterlässt und so manche Familie in einen Ausnahmezustand führt. Die pflegebedürftige Person muss sich von liebgewonnenen Dingen trennen, um mit einem Rest an persönlichen Gegenständen in einer fremden Welt vertraute Anhaltspunkte zu schaffen. So gesehen ist der Wechsel in ein Heim mehr als nur ein Umzug.

Für viele Angehörige ist der Entschluss für einen Heimeintritt ein sehr belastendes Ereignis, das lange Zeit nachwirkt - manchmal sogar bis über den Tod des Familienmitglieds hinaus. Das Gefühl, entlastet zu sein, steht im scharfen Kontrast zu aufkommenden Schuldgefühlen. Viele Angehörige machen sich schwere Vorwürfe, weil sie glauben, versagt oder ein Versprechen nicht gehalten zu haben. Manche verurteilen sich selbst dafür, aus Eigensucht gehandelt und das Versprechen der elterlichen oder partnerschaftlichen Liebe gebrochen zu haben. Obwohl es keinen direkten Ankläger gibt, glauben die Verantwortlichen, sich in der Familie, bei Freunden oder anderen Menschen für den Entschluss rechtfertigen zu müssen. Sie sehen sich dazu gezwungen, beispielsweise die unzureichende häusliche Versorgungssituation des erkrankten Menschen oder die eigene Gesundheit als Grund für den Heimeintritt anzuführen. So paradox es klingen mag: Das Entlastende des Pflegeheimeintritts wendet sich ins Gegenteil und erweist sich als etwas emotional Belastendes. Von der körperlichen Last der täglichen Pflege sind die Angehörigen zwar befreit - es bleibt jedoch eine schwere seelische Last. Gefühle der Schuld und Scham sind die Konsequenzen.

Über Erfahrungen sprechen
Angehörige, die lange Zeit mit der Frage "Heimeintritt: Ja oder nein?" gerungen haben, beschreiben dies als einen schwierigen Prozess. Zu Beginn fühlen sie sich alleingelassen in ihrer Verantwortung. Anschliessend müssen sie mit diesem Entschluss leben. Im Heim übernehme sie am Ende eine andere Form des Pflegens und Betreuens. Sie erleben, dass sich ihr persönliches Verhältnis zum Familienmitglied stark verändert hat: Die einst so vertraute Person ist nicht mehr "dieselbe" wie damals. Rückblickend fühlen sich Angehörige unvorbereitet, um die schwerwiegende Frage "Heim – ja oder nein?" nach bestem Gewissen entscheiden zu können.

Publikumsanlass für pflegende Angehörige
Über diese Gefühle, Erlebnisse und Entscheidungsprozesse zu sprechen und sich auszutauschen, ist wichtig und kann entlastend wirken. Aus diesem Grund fand am Samstag, 14. September, 10 bis 13 Uhr, zu diesem Thema ein Publikumsanlass im Historischen Saal (Bahnhof St.Gallen) statt. Angehörige pflegebedürftiger Menschen erhielten die Möglichkeit, über ihre Erfahrungen zu sprechen und sich über unterstützende Angebote zu informieren.

Dr. André Fringer ist Projektleiter am Institut für Angewandte Pflegewissenschaft IPW der FHS St. Gallen und Studiengangsleiter des Weiterbildungsstudiums Palliative Care.
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