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FHS-Standpunkte: Altersvorsorge – Probleme sollten nicht verdrängt werden

Im St.Galler Tagblatt sind kürzlich zwei sich widersprechende Beiträge erschienen. Prof. Dr. Martin Eling betont die Notwendigkeit von Reformen bei der Ausgestaltung der obligatorischen Säulen des Altersvorsorgesystems. Thomas Wepf sieht dagegen in den Reformvorschlägen lediglich Bestrebungen zu einer „Schlechterstellung“ der Erwerbstätigen und der Altersrentner. Er sieht weder bei der AHV noch bei der Beruflichen Vorsorge (BV) einen Reformbedarf.

Interessengeleitete Schwarzmalerei oder Reformbedarf
Thomas Wepf weist daraufhin, dass in der Vergangenheit die finanzielle Situation der AHV häufig zu pessimistisch dargestellt wurde. Z.B. hat das Bundesamt für Sozialversicherungen in den Szenarien zur künftigen finanziellen Lage der AHV früher nicht berücksichtigt, dass das – für die Entwicklung der Einnahmen relevante – AHV-pflichtige Einkommen tendenziell stärker wächst als der für die Rentenanpassung verwendete Lohnindex des Bundesamtes für Statistik. In den aktuellen Szenarien zur finanziellen Lage der AHV ist dieser „Fehler“ aber eliminiert.

Der absehbare demographische Wandel wird jedoch zunehmend die finanzielle Entwicklung der AHV bestimmen. Selbstverständlich sind auch Demographie-Szenarien auf Annahmen – über Geburtenraten, Lebenserwartungen und Zuwanderungen – beruhende Prognosen. Aber wer noch nicht geboren ist, wird auch in 20 Jahren nicht erwerbstätig sein können. Das potenzielle Arbeitsangebot geht in den kommenden Jahren zurück und die Anzahl der Altersrentner nimmt zu. Das eingesetzte Arbeitsvolumen bestimmt jedoch zusammen mit der Arbeitsproduktivität die gesamtwirtschaftliche Wertschöpfung (BIP) und damit im Wesentlichen die Grösse des zur Verteilung zwischen Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen zur Verfügung stehende Bruttonationaleinkommen. Es ist zwar denkbar, dass die künftigen Produktivitätsfortschritte hoch genug sein werden, um den Rückgang des potenziellen Arbeitsvolumens zu kompensieren. Sicher ist dies aber nicht.

Da 20 Prozent der Ausgaben der AHV von der öffentlichen Hand getragen werden, besteht die Gefahr, dass diese gebundenen Ausgaben künftig nicht-gebundene investive Ausgaben verdrängen. Eine solche Entwicklung könnte das für die Sicherung der AHV notwendige BIP-Wachstum beeinträchtigen. Da die AHV konzeptionell von Normalarbeitsverhältnissen ausgeht, dürfte die wachsende Bedeutung atypischer Arbeitsformen – Leiharbeit, Teilzeitbeschäftigung usw. – die Finanzierung der AHV-Renten zusätzlich erschweren. Die Dauer der Erwerbsphasen muss daher wieder auf die Dauer der Rentenphasen abgestimmt werden.

AHV und BV sitzen im gleichen Boot
Der Leistungsausweis der beruflichen Vorsorge (BV) ist nicht sonderlich überzeugend. Trotz längeren Phasen mit hohen Kapitalrenditen reichten die freien Mittel in der BV meist nicht aus, um die Altersrenten an die Teuerung anzupassen. Der „dritte Beitragszahler“ könnte aber in Zukunft noch mehr schwächeln. Auch die Kapitalrenditen hängen von dem demographischen Wandel und der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab. Aktienkurse widerspiegeln längerfristig die Gewinne der Unternehmen und diese steigen im Durchschnitt nicht stärker an als die Wirtschaft insgesamt wächst. Die Verzinsung risikoarmer Obligationen entspricht erfahrungsgemäss in etwa dem nominalen gesamtwirtschaftlichen Wachstum. Wirtschaftswachstum und Demographie bestimmen den Verkehrswert von Immobilien und die durch Vermietung erzielbaren Erträge usw. Höhere Renditen sind nur unter Inkaufnahme grösserer Risiken möglich, aber der demographische Wandel beeinträchtigt auch die Risikofähigkeit der Vorsorgeeinrichtungen. Anpassungen der gesetzlichen Grundlagen sind deshalb unvermeidlich. Mindestverzinsung, technischer Zinssatz und Umwandlungssatz sollten z.B. nicht mehr unabhängig von den Kapitalmarktverhältnissen und den weiter steigenden Lebenserwartungen festgelegt werden.


Prof. Dr. Bernd Schips ist Forschungsdozent an der FHS St. Gallen und ehemaliger Leiter der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich
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