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Eröffnung Kulturzyklus Kontrast mit Ausstellung von Pina Dolce

Am öffentlichen Kulturzyklus Kontrast der FHS St.Gallen zeigen verschiedene Menschen mit Besonderheiten ihre Kunst. Im Zentrum steht ausdrücklich nicht das Defizit, sondern die Befähigung, die sich aus den jeweiligen Lebenssituationen ergibt. Im Interview erzählt die Künstlerin Pina Dolce wie ihre farblich lebendigen Bilder entstehen und warum das Malen für sie eine Art Brücke ist.

Frau Dolce, viele Menschen beziehen sich im Gespräch mit Ihnen zuerst auf das Blindsein und erst dann auf das Malen. Wie sehen Sie das?
Pina Dolce: Ich bin in erster Linie ein Mensch und eine Frau. Und dann habe ich in meinem Leben verschiedene Rollen wie Mutter, Geliebte, Freundin und Künstlerin. Und erst dann kommt für mich das Attribut dazu, dass ich blind bin.

Wie sind Sie zum Malen gekommen?
Dolce: Ich habe schon gemalt, bevor ich blind wurde. Wiederentdeckt habe ich diese Leidenschaft 1991 durch eine Ausbildung in kunst- und ausdrucksorientierter Therapie, die ich zusammen mit sehenden Menschen gemacht habe. Wir bekamen die Aufgabe, unsere Gefühle und Emotionen in Farben auszudrücken. Zuerst traute ich mich nicht, wurde dann aber von der Gruppe sehr unterstützt, es einfach zu probieren. Einerseits war da der Schmerz, dass ich das Bild nicht sehen konnte. Durch das Trauern ist aber eine grosse Befreiung entstanden: Das Malen ist wieder zurück zu mir gekommen.

Welche Rolle spielen Erinnerungen an die Zeit, als Sie noch sehen konnten?
Dolce: Die Erinnerung an Farben ist sehr wichtig. Ich bin ein sehr visueller Mensch: Die Bilder, die ich male, sehe ich vorher ganz klar in meiner Vorstellung. Sie kommen regelrecht zu mir.

Wie gehen Sie vor, wenn Sie ein Bild malen?
Dolce: Ich richte mein Atelier zu Hause ein, wähle die Leinwandgrösse aus, suche Farben aus, mische sie teils mit anderen Farben oder Materialen wie Sand, Salz, Reis. Ich schaffe Raum, gehe in die Stille – und dann male ich. Manchmal muss ich aber regelrecht um ein Bild ringen, bevor ich anfangen kann. Denn meine Vorstellung vom Bild – auch von den Farbkombinationen – ist sehr klar. Und doch frage ich mich dann kritisch: Passen die Farben wirklich? Das ist immer ein kreativer Prozess, der manchmal monatelang dauern kann. Die Herausforderung für mich ist, dem Bild nicht im Weg zu stehen. Ich sehe mich als Dienerin der Farben.

Inwiefern?
Dolce: Die Bilder kommen zu mir und wollen auf der Leinwand eine konkrete Form annehmen. Ich bin sozusagen die Brücke dazu.

Was bedeutet das Malen für Sie ganz persönlich?
Dolce: Malen ist für mich atmen. Ich muss malen – es ist eine Berufung. Gleichzeitig ist das Malen mein Boden, der mich mit mir und meinem Leben in Verbindung hält.

Gibt es eine Botschaft, die Sie mit Ihren Bildern vermitteln möchten?
Dolce: Meine Bilder sollen für sich selber sprechen und den Betrachtern etwas erzählen. Was für mich persönlich dahinter steckt, ist ein Gebet und ein Dankeschön an das Leben.

Ihre Bilder sind noch bis am 16. November in der Aula der FHS St.Gallen zu sehen. Wie beurteilen Sie den Kulturzyklus Kontrast und dessen nachhaltige Wirkung?
Dolce: Ich finde den Kulturzyklus Kontrast eine wunderbare Idee und fühle mich geehrt, dabei sein zu können. Mir gefällt, dass das künstlerische Schaffen – in welcher medialen Form auch immer – im Vordergrund steht. Die Besonderheiten der Künstlerinnen und Künstler sind nicht im Fokus. Das entspricht mir sehr. Denn wie gesagt: In erster Linie bin ich Mensch.

Weitere Impressionen im Beitrag von sanktgallenTV:





Kulturzyklus Kontrast
Der öffentliche Kulturzyklus Kontrast an der FHS St.Gallen dauert noch bis am 8. November. Am 5. November liest der Autor Martin Hailer aus seinem Roman "Was guckst du so behindert". Die Filmemacherin Gabriela Betschart hat psychisch erkrankte Menschen bei Theaterproben begleitet: Der Film "Ein Stück Wahnsinn" ist am 6. November zu sehen. Am 7. November gibt die Ostschweizer Gruppe "Die-Regierung" ein Konzert. Zum Abschluss der Reihe am 8. November stehen die Performerin Micha Stuhlmann und Ensemble mit dem Stück "Nur mit mir allein zum Glück" auf der Bühne. Die Anlässe finden jeweils um 20 Uhr im Fachhochschulzentrum an der Rosenbergstrasse 59 in St.Gallen statt. Der Eintritt ist frei.
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