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FHS-Standpunkte: Wenn Pflegebedürftige handgreiflich werden

Von Heidi Zeller*

Menschen mit Demenz werden oft von ihren Angehörigen zu Hause betreut. Anfangs ist die Hilfe noch begrenzt und betrifft beispielsweise Einkäufe oder den Wohnungsputz. Je weiter die Demenz jedoch fortschreitet, desto mehr verändert sich das Verhalten der Betroffenen. Dann sind die Angehörigen zunehmend gefordert. Vater, Mutter oder der Partner und die Partnerin benötigen dann immer mehr Unterstützung – bei der Körperpflege, beim Essen, bei der Einnahme von Medikamenten oder beim Gang auf die Toilette. Und auf einmal lehnen sie die gut gemeinte Hilfe ihrer Angehörigen ab. Sie wehren sich, reagieren verärgert und verweigern die Mitarbeit. Manchmal werden die Reaktionen auch heftiger: Menschen mit Demenz können ihre Worte und ihr Verhalten nicht mehr bewusst kontrollieren. Das erklärt, warum sie verletzende Worte sagen, um sich schlagen, mit Gegenständen werfen oder sogar beissen. Verständlich, dass Angehörige dann völlig schockiert sind. Sie erkennen die ihnen nahestehende Person nicht wieder, fühlen sich gekränkt und sind oft hoffnungslos überfordert.

Gegenseitige Überforderung
Wie aus Studien hervorgeht, zeigt etwa die Hälfte der demenziell erkrankten Menschen zeitweise verbal und physisch aggressives Verhalten. Die Ursache ist in vielen Fällen Überforderung. Menschen mit Demenz erleben alltägliche Handlungen wie Körperpflege als bedrohlich, da sie diese rational nicht mehr nachvollziehen können. Sie reagieren hoch emotional, empfinden Angst, sind aufgebracht, handeln impulsiv – und manchmal werden sie handgreiflich. Dies kann für Angehörige äusserst verletzend sein. Im ersten Moment ist ihnen nicht bewusst, dass solche Angriffe nicht gegen sie persönlich gerichtet sind. Deshalb haben auch sie ihre Emotionen nicht mehr unter Kontrolle – und reagieren ebenfalls aggressiv. So kann es passieren, dass ihnen die Hand ausrutscht.
Eine Befragung pflegender Angehöriger in Deutschland bestätigte die Annahme, dass Aggression in der Pflege demenziell erkrankter Menschen ein relevantes Problem darstellt. Rund 11 Prozent der befragten Angehörigen gaben an, bei der Pflege schon mal härter anzufassen. Etwa 19 Prozent berichteten, dass sie den Pflegebedürftigen manchmal „vor Wut schütteln könnten“. Die Betreuung zuhause kann also für Menschen mit Demenz zur Gefahr werden – und für pflegende Angehörige zur extremen Belastung, verbunden mit Schuldgefühlen und Selbstzweifeln. In diesem Moment ist der Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim oft unvermeidlich. Pflegebedürftige und Angehörige können sich dadurch enorm entlastet fühlen.

Aggressives Verhalten lässt sich reduzieren
In der Schweiz werden seit rund 10 Jahren Pflegefachpersonen für die Betreuung von Menschen mit aggressivem Verhalten geschult. Sie lernen, wie sie mögliche Ursachen für aggressives Verhalten erfassen können und wodurch sich aggressives Verhalten reduzieren lässt. Diese Fachpersonen können Angehörige effektiv unterstützen und ihnen Hinweise für den Umgang mit aggressivem Verhalten pflegebedürftiger Menschen vermitteln. Kommt es zu einem Aggressionsereignis, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren, der betroffenen Person zuzuhören und Verständnis für ihre Situation zu entwickeln. Diskussionen oder Versuche, die Person „zur Vernunft zu bringen“ können kontraproduktiv sein und die Situation noch verschärfen. Es gilt zu bedenken, dass Aggression ein Ausdruck nicht erkannter Bedürfnisse sein kann. Vielleicht ist Aggression die einzige Möglichkeit, die den Betroffenen noch bleibt, um sich mittzuteilen. Die Handlungsbasis der Pflegefachpersonen liegt in der personenzentrieren Pflege. Deren höchstes Ziel besteht darin, das Personsein zu erhalten und zu stärken. Dies setzt voraus, dass die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz befriedigt werden können, beispielswiese persönliche Identität, Sicherheit und Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft.

*Prof. Heidi Zeller ist Studiengangsleiterin Pflege im Fachbereich Gesundheit der Fachhochschule St.Gallen (FHS).
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