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FHS-Standpunkte: Vielfalt macht Region – vom Strategiepapier zur gelebten Region

„Region“ ist das neue Zauberwort für Probleme, die weder lokal noch national gelöst werden können. In gemeinde-, kantons- oder länderübergreifenden Zusammenschlüssen werden massives Bevölkerungswachstum, Zersiedelung und neue Verkehrs- oder Standortentwicklungsprojekte angegangen. Die Attraktivität einer Gegend wird mit gemeinsamen Werbeauftritten oder publikumswirksamen Events dargestellt.

Ein Verständnis, das eine Region vorwiegend als Produkt des Standortmarketings versteht, greift jedoch zu kurz, weil die unterschiedlichen Interessen, die hinter den politisch-planerischen Prozessen liegen, tendenziell verleugnet werden (Beispiel Flughafen Zürich). Soll eine Region nicht nur eine Kopfgeburt der Marketinglogik oder eine Vision in Konzeptpapieren bleiben, müssen gerade die Unterschiede betrachtet werden. Sichtbar werden dann unterschiedliche orientierungsgebende Bezüge: Region als politische Einheit, als Produktions- und Wirtschaftsraum, als Erholungs- und Freizeitgegend, als soziales Gefüge etc.

Region hat Konjunktur
Hinter der Thematisierung einer „Region“ als orientierungsgebenden Handlungszusammenhang liegen einerseits politische und planerische Fragen wie übergeordnete Raumplanung, Unternehmensansiedelung oder Energie- und Verkehrsfragen. Gemeinden und Städte können sie als „kleine Einheiten“ nicht mehr lösen, Regionen scheinbar schon. Andererseits geht es um wirtschaftliche Herausforderungen: Die Verschärfung des internationalen Wettbewerbs und die damit verbundenen Konzentrations- und Ausdifferenzierungsprozesse führen weltweit zu neuen Allianzen und regionalen Verflechtungen. Für die Ostschweiz ist aufgrund ihrer geographischen Lage in der „Zwischenzone“ zwischen München, Zürich und Mailand ein Mitspielen in der „Champions League“ der Metropolitanregionen unmöglich – sie droht abgehängt zu werden. Angesichts dessen sollen wettbewerbsrelevante Potentiale der Randlage genutzt werden, um der Region Leben einzuhauchen. Fieberhaft wird nach Leuchtturmprojekten mit überregionaler Ausstrahlung gesucht. In der Ostschweiz werden Brauchtum, kulinarische Produkte, ihre Eigenschaft als Wissensstandort und ihre Attraktivität als Wohn-, Freizeit- und Erholungsgebiet für die Metropolitanregionen betont.

Die Region gibt es nicht!
Umgesetzt wird die regionale Ausrichtung nach mechanisch anmutender, mitunter verkopfter Standortmarketinglogik. Indem sich Akteure unterschiedlichster Fachgebiete und Handlungsebenen sowie politischer Couleur unter dem Label „Region“ auf ein vermeintlich homogenes Gebiet beziehen, werden scheinbar gemeinsame Interessen verfolgt. Konflikte und kritische Stimmen werden verdeckt. Dass eine Region weder ein homogenes noch klar definiertes Gebiet mit eindeutigen Grenzen darstellt, wird spätestens dann ersichtlich, wenn zentrale Fragen gestellt werden: Welches sind für die unterschiedlichen Gruppen überhaupt relevante Einheiten? Welche Ängste lösen die Zusammenschlüsse aus? Wer muss auf wessen Kosten Macht und Einfluss abgeben? Was geschieht mit nicht vermarktbaren Aufgaben wie Sozialhilfe, Mülldeponien oder Verkehrslärmbelastung? Werden sie auch regional und gemeinsam getragen oder gilt hier eine kleinräumige, kommunale Perspektive? Die Fragen lassen erahnen, mit welchen unterschiedlichen Perspektiven und Interessen auf eine Region geblickt wird. Um eine Region überhaupt als Einheit betrachten zu können, ist eher von einer „Vielfalt als Einheit“ auszugehen.

Menschen leben Region im Alltag
Denkt man diese Vorstellung weiter, muss als eine relevante Perspektive auch diejenige der Bewohnerinnen und Bewohner einbezogen werden. Spielt die Region als Einheit überhaupt eine Rolle im Alltag der Menschen? Worüber werden heute Identitäten und Zugehörigkeiten vermittelt? Ein vielfältiges, identitätsvermittelndes Verständnis wäre eine wichtige Grundlage, um entsprechende politische Prozesse zur Gestaltung von regionalen Zusammenhängen in Gang zu setzen und diese in effektiv gelebte Verhältnisse zu überführen.

Prof. Dr. Christian Reutlinger
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