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Mit bitterbösen Cartoons ein Tabu brechen

Hier ein Strich, dort ein Kreis, hier ein Arm, dort ein Ohr – Der Stift flitzt nur so über die Folie des Hellraumprojektors. Nach wenigen Minuten ist die Skizze fertig. Das Motiv: Hunde, die einem Rollstuhlfahrer die Schnauze auf den Schoss legen – gewünscht vom Publikum, gezeichnet von Phil Hubbe. Der bekannte deutsche Karikaturist war Gast an der Eröffnung des Kulturzyklus Kontrast der Fachhochschule St.Gallen. An fünf Abenden zeigen Menschen mit einer Beeinträchtigung ihr künstlerisches Schaffen einer breiten Öffentlichkeit.

Stefan Ribler ist Dozent im Fachbereich Soziale Arbeit und verantwortlich für den Kulturzyklus. Er begrüsste die Anwesenden mit dem Zitat eines Behindertenaktivisten: «Menschen ohne Behinderung haben auch das Recht, mit Menschen mit Behinderung zusammen zu sein.»

Die Auftaktveranstaltung war gleichzeitig die Vernissage der Ausstellung «Mit Behinderung ist zu rechnen – Cartoons von Phil Hubbe», die erstmals in der Schweiz gezeigt wird.

Unterschiedliche Reaktionen
Eigentlich zeichnet Phil Hubbe nicht gerne, wenn ihm dutzende Augenpaare live dabei zu sehen, wie er selber sagte. Doch für den Kulturzyklus machte er eine Ausnahme. Das Publikum dankte es ihm mit viel Applaus. Phil Hubbe hat Multiple Sklerose. Die Diagnose habe er vor bald 30 Jahren bekommen. Er hatte gerade sein Mathematikstudium abgebrochen, um voll auf das Comic-Zeichnen zu setzen. «Die Ärzte rieten mir ab», erzählte er, «doch ich wollte nicht so schnell aufgeben.» Und er hat es geschafft.

Seit 1992 zeichnet der heute 51-Jährige hauptberuflich Cartoons, auch «behinderte Cartoons», wie er sie selber nennt. Seine Zeichnungen sind witzig und böse, die Reaktionen unterschiedlich. «Menschen, die selber eine Beeinträchtigung haben, haben keine Probleme. Im Gegenteil. Sie finden meine Cartoons klasse und schicken mir manchmal sogar Vorschläge, was ich noch zeichnen könnte.» Nichtbetroffene hingegen würden oft sagen, dass man sich über das Thema Behinderung doch nicht lustig machen dürfe.

Bis drei Stunden für ein Comic
Seine Krankheit behindere ihn nicht. «Ich bin glücklich, dass ich mein Hobby zum Beruf machen konnte.» Phil Hubbe arbeitet für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem für den «Kicker» und «ZDF online», und hat bereits mehrere Cartoonbände veröffentlicht. Mittlerweile ist der sechste Band erschienen. «Ich bin einer der wenigen Karikaturisten, die von ihren Zeichnungen leben können», erzählt er. Zwei bis drei Stunden arbeite er durchschnittlich an einem Comic, «manchmal aber dauert die Suche nach der Idee länger als die Zeichnung selber». Gibt es etwas, das er nicht zeichnen würde? «No Gos habe ich grundsätzlich nicht», sagt er. Allerdings sei er bei Themen, von denen er keine Ahnung habe, sehr vorsichtig.

Gerne würde Phil Hubbe mit seinen «behinderten Cartoons» die Diskussionen in der Öffentlichkeit noch stärker anregen. «Leider aber fehlt vielen Zeitungen und Zeitschriften der Mut, solche Comics zu veröffentlichen.»

Die Cartoons von Phil Hubbe sind noch bis am 7. Dezember an der FHS St.Gallen ausgestellt.

Abwechslungsreiches Programm
Am Mittwoch ging der Kulturzyklus weiter. Gezeigt wurde der Film «24 Stunden», der mit dem Thema Spätschwangerschaftsabbruch ein Tabu bricht. Nach der Vorführung fand ein spannendes Podiumsgespräch mit Ruth Bader, Vertreterin von Menschen mit degenerativen Muskelerkrankungen, und Filmredaktor Alex Oberholzer statt.

Am Donnerstag stellte der österreichische Schriftsteller und Behindertenaktivist Erwin Riess sein Buch «Unerhörte Lust» vor und las aus den Groll-Romanen. Musikalische Unterhaltung gab es am Freitag mit dem Duo «Rumbaya». Das Mutter-Tochter-Duo Blind & Lame trat aus gesundheitlichen Gründen in veränderter Formation auf: Gika Wilke spielte mit Günther Dollries Rumba und Flamenco. Rumbaya ist das Vorgängerprojekt von Blind & Lame und begeisterte das Publikum mit spanischen Klängen und mehrsprachigem Gesang. Den Abschluss der diesjährigen Reihe machten am 11. November Alessandro Schiattarella und seine Tänzerinnen und Tänzer mit dem Stück «Strano».

Rückblick in Bildern
Kulturzyklus 2017

Patronatsträgerinnen des Kulturzyklus Kontrast sind die Raiffeisenbank St.Gallen, die Stutz AG und Redline Software. Die Übersetzung der Einladung zum Kulturzyklus in «Leichte Sprache» wird vom Amt für Gesellschaftsfragen der Stadt St.Gallen unterstützt. Weitere Unterstützerinnen sind Migros Kulturprozent und die Stiftung «Denk an mich».
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