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Schweizer Bildungsforum: Hochschule – Maschine oder Muttertier?

Ist die Hochschule ein Ort, an dem noch studiert wird? Darüber diskutierten Hochschulvertreterinnen und -vertreter mit Staatssekretär Mauro Dell’Ambrogio. Die FHS St.Gallen lud zum Schweizer Bildungsforum in den Pfalzkeller – es nahm Kritik an der Bologna-Reform auf, zeigte aber auch Lösungen auf.

In seiner Begrüssung zum dritten Schweizer Bildungsforum erinnerte der Ausserrhoder Bildungsdirektor Rolf Degen an die Ziele der Bologna-Reform bei den Hochschulen: „Mobilität, Internationale Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsmarktbefähigung“. Dabei verwies er auf die qualitativ hochstehende Schweizer Hochschullandschaft, fragte aber auch kritisch: "Ist etwas schiefgelaufen?" Kritik aus der Wirtschaft, aus Schulen und dem Hochschulbetrieb seien ernst zu nehmen. Thema des Bildungsforums war "Ist die Hochschule ein Ort, an dem noch studiert wird?"

Staatssekretariat fördert Wettbewerb
"Der Bund steuert die Hochschullandschaft nicht inhaltlich, sondern nur über die Finanzen", erklärte Mauro Dell’Ambrogio, Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation. Den Hochschulbereich im Staatssekretariat müsse man sich nicht wie ein Ministerium vorstellen, es seien lediglich vier Personen, die in erster Linie Geld verteilten: Von den 6.5 Milliarden Franken fliessen 2.4 in den ETH-Bereich, 2.1 Milliarden gehen zur Grundfinanzierung als Subventionen an die Kantone und 1.5 Milliarden sind für die "kompetitive Forschungsförderung", sprich Nationalfonds (SNF), Förderagentur für Innovation (KTI) und europäische Programme – dort konkurrieren die Hochschulen um finanzielle Mittel. "Dieser Wettbewerb nützt der Qualität unseres Hochschulsystems", so Dell‘Amrbogio. "Attraktive Hochschulen ziehen zudem Studierende aus anderen Kantonen an und erhalten Kopfgelder von diesen". Auch dies sorge für Wettbewerb. Das Staatssekretariat sei nicht interessiert, die Grundfinanzierung zu hoch anzusetzen.

Reform-"Zu viel" korrigieren
Der Leiter des Zentrums für Hochschulbildung der FHS St.Gallen, José Gomez, führte tiefer ins Thema ein. Er betonte die ausgesprochen tiefe Erwerbslosenquote von Schweizer Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Gleichzeitig zeigte er Schwachstellen der Bologna-Reform auf: Beispielsweise habe die Einführung von ECTS-Punkten für studentische Leistungen dazu geführt, dass der Wert eines Studiums primär nach der aufgewendeten Arbeitszeit bemessen werde, anstatt nach inhaltlichen oder qualitativen Gesichtspunkten. Eine aktuelle Studie aus Deutschland deute darauf hin, dass das Engagement der Studierenden insgesamt noch zu gering sei. "Zudem versuchen sich die Hochschulen über externe Normen wie Hochschulrankings zu profilieren, da die zunehmende Standardisierung eine Differenzierung über Inhalte und Studienprogramm erschweren", so Gomez. Dies führe zu Autonomieverlusten.

Gomez forderte eine Rückbesinnung auf ursprüngliche Prinzipien und Aufgaben. Die Bologna-Reform sei nicht nur schlecht, aber deren Umsetzung habe auch zu Übertreibungen geführt. Dieses "Zu viel" an Standards, Selbststudium, Arbeitsmarktorientierung usw. gelte es zu korrigieren. Er plädierte deshalb für eine ganzheitliche Sicht auf die Hochschullehre: Neben den strukturellen Veränderungen brauche es auch eine normative und kulturelle Reform: "Was soll Hochschulbildung sein? Was soll mit ihr erreicht werden?" In diesem Zusammenhang sprach sich Gomez für die Freiheit der Lehre sowie die Verbindung von Arbeitsmarktbefähigung und Persönlichkeitsbildung aus.

Verantwortungsbewusstsein fördern
Ob die Hochschulen nun eher Maschinen oder Muttertiere seien, fragte der Moderator Iwan Rickenbacher in der anschliessenden Diskussion mit Erwin Beck, Rektor der Pädagogischen Hochschule St.Gallen, Sebastian Wörwag, Rektor der Fachhochschule St.Gallen, und Ulrike Landfester, Prorektorin der Universität St.Gallen. "Die Alma mater sollte für die Studierenden nicht alles organisieren", so Landfester. Je mehr man vorgebe, desto weniger entwickelten die Studierenden ein Verantwortungsbewusstsein als Teil einer Gesellschaft. Sebastian Wörwag verwies auf die Wichtigkeit eines geeigneten Bildungsverständnisses als Reaktion auf die Nebenwirkungen der Bologna-Reform.

Erwin Beck bemerkte, dass die Mobilität der Studierenden mit der Reform ab- statt zugenommen habe. "Heute ist es leider meist so, dass man mit einem Auslandaufenthalt ein Studienjahr verliert". Die Durchlässigkeit zwischen den Schweizer Hochschulen und die Mobilität der Studierenden im Inland würden zudem durch die Passarellen gebremst, erinnerte Dell’Ambrogio. Ein Hochschulwechsel erfordere oft, dass einzelne Module nachgeholt werden müssten. Darin sah er aber auch Vorteile für die Autonomie der Hochschulen und ihre Strategien. Bereits in seinem Referat lobte er die regionalen Unterschiede der Hochschulsysteme: "Das bringt Innovation." Teils seien die Kunsthochschulen und die Pädagogischen Hochschulen in Fachhochschulen oder Universitäten integriert, teils seien sie eigenständig. Sebastian Wörwag verwies bei dieser Gelegenheit auf die spezielle St.Galler Situation: "Unsere drei Hochschulen sind komplementär aufgestellt. Dies ist auch eine Grundvoraussetzung für die gute Zusammenarbeit. Man müsste sich gar fragen, ob in der Stadt St.Gallen nicht eine Hochschule überflüssig wäre, wenn sie sich konkurrenzieren, statt ergänzen würden."

Mit einem Schuss Ironie beantwortete Ulrike Landfester schliesslich die Themen-Frage des Bildungsforums: "Es wird noch studiert an den Hochschulen; nämlich vor allem deren Leitungen studieren, wie sie der Bologna-Reform entgegenwirken können."

Videos der einzelnen Referate sowie der Podiumsdiskussion
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