Soziale Nachbarschaften


Die Internationale Bodenseeregion wird zunehmend als grenzübergreifende, vernetzte Einheit verstanden, in welcher die regionale Zusammenarbeit zu stärken ist, sei es in Fragen des Gewässerschutzes, des Tourismus und Marketing oder der grenzüberschreitenden wirtschaftlichen Kooperation. Sie ist jedoch nicht als homogenes Ganzes, sondern als lebendiges Gebilde zu verstehen, innerhalb welcher durchaus grosse Unterschiede hinsichtlich der Siedlungsrealitäten bestehen. Wie sich diese Siedlungsrealitäten innerhalb der Bodenseeregion ausprägen bzw. in ihr Soziale Nachbarschaften ausgebildet sind, stellt den Forschungsschwerpunkt des vorliegenden Projektes dar.

Ausgehend von den Wohngeschichten der Bewohnerinnen und Bewohner zweier Grenzgemeinden des Rheintals (A, CH) wurden im Forschungsprojekt aktuelle Formen Sozialer Nachbarschaften untersucht. Das Rheintal dient dabei als Modellregion, da die spezifischen Herausforderungen wie Zersiedelung, Verkehrsprobleme oder Arbeitsmigration auch auf andere Regionen der IBH Region übertragen werden können.
Im Mittelpunkt der Untersuchung standen die Zusammenhänge zwischen gelebten, geplanten und politisch gesteuerten Formen Sozialer Nachbarschaften. Die Durchführung als Kooperationsprojekt der Fachhochschulen St. Gallen und Vorarlberg, der Universität Liechtenstein sowie der Hochschule Rapperswil ermöglichte einen interdisziplinären Zugang zum Thema (Sozialwissenschaften, Raumplanung, Architektur).

Als zentrales Ergebnis wurde ein Spannungsfeld sichtbar, welches sich zwischen der jeweiligen Perspektive der Akteurinnen und Akteuren und den damit verbundene Interessen, gängigen Nachbarschaftsbildern bzw. Vorstellungen von Nachbarschaft, alltäglich gelebten Formen sowie Umsetzungsstrategien aufspannt. Zudem wurden Herausforderungen sichtbar, welche sich durch die unterschiedlichen Zeitpunkte ergeben, an welchen verschiedene Akteurinnen und Akteure Soziale Nachbarschaften gestalten. Ansatzpunkte für Gestaltungsmöglichkeiten sind unter Berücksichtigung dieser Logiken vorwiegend auf einer Prozessebene auszumachen, welche in der Regionalentwicklung aufgegriffen werden können.


Projektteam FHS: Christian Reutlinger, Bettina Brüschweiler, Ulrike Hüllemann, Eva Lingg, Steve Stiehler
Das Forschungsprojekt wird durch die FHS St.Gallen (Prof. Christian Reutlinger, Kompetenzzentrum Soziale Räume - Federführung), der Fachhochschule Vorarlberg (Prof. Erika Geser-Engleitner), der Hochschule Liechtenstein (Prof. Hansjörg Hilti) sowie der Hochschule Rapperswil (Prof. Joachim Schöffel, irap) durchgeführt.

Projektlaufzeit: März 2011 - März 2013

Projektförderung:
Die IBH ist ein Verbund von Universitäten und Hochschulen aus Deutschland, dem Fürstentum Liechtenstein, Österreich und der Schweiz. In grenzüberschreitenden Kooperationen bietet er neue Studiengänge an, unterstützt die Forschung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen und verbessert das Aus- und Weiterbildungsangebot der Region nachhaltig.
IBH Internationale Bodenseehochschule

Pubikationen: In der Publikation Soziale Nachbarschaften sind an mehreren Stellen Informationen und Erkenntnisse aus der Forschungsarbeit aufgenommen worden, insbesondere die Kapitel 2 im Teil I "Räumliche Aspekte von Nachbarschaft - eine Vergewisserung" und der Teil IV "Soziale Nachbarschaften als konzeptionelle Perspektive für die professionelle Gestaltung". Ebenso bildet der "Nachbarschaftseinblick 5" Inhalte aus dem Projekt ab. Link zur Publikation

Darüber hinaus sind zwei Zeitschriftenartikel aus den empirischen Ergebnissen der Forschung entstanden:
Brüschweiler, Bettina/Lingg, Eva (2015): Durchmischung ist kein Patentrezept, in: kommunalmagazin.ch 1/2015, S. 56–58;
Hüllemann, Ulrike/Brüschweiler, Bettina/Reutlinger, Christian (2014): Nachbarschaften sind eigensinnig! Grenzen der Gestaltbarkeit lokaler Unterstützungsressourcen. In: SozialAktuell, Ausgabe 7/8 2014.




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