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  • 15.06.2018 Erfolgsfaktoren und Fallstricke lokaler Partizipationsprozesse mehr ...
  • 17.06.2018 Salon de Débat: «Skepsis und Sicherheit/Gewissheit» mehr ...
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  • 04.09.2018 FHS eBusiness Challenge 2018 mehr ...
  • 06.09.2018 Unspoken, Unseen, Unheard of. Unexplored Realities in Qualitative Research mehr ...
  • 23.09.2018 Salon de Débat: «Hoffnung und Vernunft» mehr ...
  • 11.10.2018 Vadian Lectures ZEN-FHS: «Humanitäre Interventionen – ein zweischneidiges Schwert?» mehr ...
  • 25.10.2018 Seminar zum Thema EFQM Excellence - ein gelungener Start – Stufe C2E mehr ...
  • 07.11.2018 Seminar zum Thema EFQM Excellence - konsequente Umsetzung - Stufe R4E mehr ...
  • 16.11.2018 Fachsymposium «Soziale Frage» mehr ...
  • 18.11.2018 Salon de Débat: «Traum und Wirklichkeit» mehr ...
  • 23.11.2018 8. Ostschweizer Gemeindetagung mehr ...
  • 28.11.2018 Bodenseetagung 2018 – Soziale Arbeit 4.0 mehr ...
  • 29.11.2018 Vadian Lectures ZEN-FHS: «Menschenrechte sichern – durch eine globale Rechtsordnung?» mehr ...

Fachdiskurs über Männlichkeiten

Aktuelle gesellschaftliche Veränderungen wirken sich stark auf das Rollenbild von Männern aus. Das Netzwerk TransforMen und die Fachhochschule St.Gallen haben darum zur ersten Fachtagung «Zeitdiagnose Männlichkeiten in der Schweiz» eingeladen. Ziel der zweitägigen Veranstaltung Mitte März war, bestehende Forschungsergebnisse zu Transformationsprozessen bei Männern in der Schweiz zu analysieren und die Fachpersonen für eine thematische Weiterentwicklung zu vernetzen.

«In der Männerthematik zu forschen ist vielschichtig und herausfordernd», begrüsste Steve Stiehler, Studiengangsleiter Soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen (FHS), die rund 50 Teilnehmenden der nationalen Fachtagung zum Thema Männlichkeit. Einerseits befinde sich Männlichkeit im Spannungsverhältnis von neuen und tradierten Rollenbildern, andererseits sei die Männerforschung öffentlich zu wenig wirksam, so Stiehler. Eine Zeitdiagnose zu stellen gehöre daher zu den zentralen Aufgaben der Fachpersonen. Diese in Angriff zu nehmen war das Ziel der Fachtagung «Zeitdiagnose Männlichkeiten in der Schweiz», organisiert von der FHS St.Gallen und dem Netzwerk TransforMen (Arbeitsgruppe der Schweizer Gesellschaft für Geschlechterforschung).

Männerrolle im Wandel
Als Fachreferenten eingeladen waren Vertreter aus Wissenschaft und Praxis. Einen ersten Schwerpunkt setzte das Referat von Andrea Maihofer, Professorin für Geschlechterforschung und Leiterin des Zentrums Gender Studies an der Universität Basel. Anhand gesellschaftlicher Entwicklungen im 18. und 19. Jahrhundert zeigte sie auf, inwiefern Männlichkeit ein gesellschaftlich-kulturelles Phänomen und nicht biologisch festgelegt ist. Die Einführung der Wehrpflicht im 19. Jahrhundert hatte beispielsweise das Bild der wehrhaften Männlichkeit zur Folge. Die Rolle des Familienernährers wurde ebenfalls im 19. Jahrhundert im Zuge der Industrialisierung zentral, als die Arbeiter um den Familienlohn kämpften. In den vergangenen Jahren ist die Kritik von Frauen wie Männern am traditionellen Männerbild allerdings gewachsen. Das hat laut Maihofer eine Pluralisierung von geschlechtlichen Existenzweisen zur Folge: Es ergeben sich neue Formen von Männlichkeit, Vaterschaft und Erwerbstätigkeit. Auch die Ernährerrolle wandelt sich.

Welche Herausforderungen dieser Wandel im Alltag mit sich bringt thematisierte Markus Theunert, Fachmann für Männer und Geschlechterfragen. Theunert ist der bekannteste Vertreter der Schweizer Männerbewegung und Leiter des nationalen Programms MenCare Schweiz. In seinem Referat zeigte er auf, welchen Wandel die Männerbewegung will und wie sie diesen bewirken möchte. «Für mich zeichnet sich in der Schweizer Gleichstellungspolitik allerdings ein düsteres Bild ab», sagt er. So würde lediglich die Erwerbstätigkeit von Frauen gefördert. Kaum Massnahmen gebe es hingegen, Männer zu unterstützen, die sich gerne stärker in die Familienarbeit einbringen würden. Hier müsse die Politik ansetzen. Theunert legte anhand aktueller Zahlen das Verhältnis zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit dar: Ein Familieneinkommen setzt sich zu zwei Dritteln aus dem bezahlten Lohn des Mannes und zu einem Drittel aus dem bezahltem Lohn der Frau zusammen. Die unbezahlte Arbeit zuhause leistet hingegen die Frau zu zwei Dritteln und der Mann zu einem Drittel. «Unser Ziel ist es, hier ein 50-50-Verhältnis zu erreichen», sagt Theunert.

Wie ein Mann zu sein hat wird bereits in der Kindheit und Jugend verfestigt. Das zeigte an der Tagung der Film «Schnäbi» von Luzius Wespe. Der Kurzfilm erzählt die Geschichte des vierzehnjährigen Leander, der sein Schnäbi zu klein findet. Als er sich in eine Mitschülerin verliebt, ziehen ihn seine Mitschüler damit auf, dass sein Schnäbi sowieso zu klein sei. In seinem Schaffen hat Wespe sich immer wieder mit dem Thema Männlichkeit auseinandergesetzt. «Die verschiedenen Rollen, die ein Mann in der Gesellschaft haben kann, haben mich schon immer interessiert, da ich mich selbst eher zu den untypischen und emotionalen Männern zählen würde», sagte der Regisseur im Gespräch. Aktuell arbeitet er an einem Dokumentarfilm, in dem er verschiedene Typen von Männern durch den Alltag begleitet.

Expertinnen und Experten vernetzen
Die Inputs von Maihofer und Theunert flossen in den zweiten Teil der Fachtagung ein. Dabei standen themenspezifische Workshops im Zentrum. Die Teilnehmenden diskutierten unter anderem über die Situation alleinlebender älterer Männer, über die geschlechtsuntypische Berufswahl bei Männern, über die Arbeitsteilung und Vaterschaft nach Trennung oder Scheidung sowie über Männerrollen in der Polizei. In einer Schlussrunde wurden die Ergebnisse der Fachtagung Männlichkeit zusammengetragen. Studiengangsleiter Steve Stiehler sagte: «Durch unser Netzwerk TransforMen und Tagungen wie diese treiben wir das Thema Männlichkeit als Team und ohne Hierarchien voran und vernetzen Experten.»




Impressionen
Fachtagung "Zeitdiagnose Männlichkeiten in der Schweiz"

Text: Nina Rudnicki
Bilder: Peter Ruggle
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