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Demnächst erscheint im Verlag Franke und Timme das Buch «Du musst sie lieben. Mobile Jugendarbeit in zwölf biografischen Bildern Walther Spechts». Es ist der erste Band eines Buchprojekts, das die Entstehungsgeschichte der Mobilen Jugendarbeit nachzeichnet. In narrativen Interviews kommen die «Väter» der Mobilen Jugendarbeit im deutschsprachigen Raum – Walther Specht und Franz Josef Krafeld – zu Wort. Die Herausgeber sichteten persönliche Fotos, Dokumente, E-Mails, Zeitungsausschnitte, Publikationen sowie historische und neue Fachliteratur. Eingeführt und kommentiert werden die zwölf Bilder von Stephan Schlenker, Dozent im Fachbereich Soziale Arbeit, und Christian Reutlinger, Leiter Institut für Soziale Arbeit an der FHS St.Gallen. Das Buch ist sowohl Lesebuch und Bildband als auch Lehrbuch und richtet sich an Sozialarbeitende in der Praxis, Studierende und weitere Interessierte.
«Du musst sie lieben. Mobile Jugendarbeit in zwölf biografischen Bildern Walther Spechts»
Franke und Timme
ISBN: 978-3-7329-0361-0

In der Ukraine mit einem Grenzgänger – Studienreise in ein Plattenbau-Aussenviertel



Auf einer Reise in die Ukraine haben Studentinnen und Studenten die Möglichkeiten und Grenzen der Sozialen Arbeit im Spannungsfeld von Frieden und Unfrieden kennengelernt. Begleitet hat sie der Lehrbeauftragte Walther Specht – ein Grenzgänger, der die Mobile Jugendarbeit in Deutschland mitbegründete.

Autorin: Lea Müller

«Wer macht bei euch die schmutzige Soziale Arbeit?», fragt Walther Specht das Team der Sozialen Dienste im Stadtteil Dniprovsky in Kiew. Und meint mit «schmutzig» die Arbeit mit gewaltbereiten und randalierenden Jugendlichen, mit Straffälligen oder Süchtigen – mit Personengruppen also, die eine Zusammenarbeit mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern oft verweigern und selten Dankbarkeit dafür zeigen.

Die direkte Frage des Honorarprofessors für Erziehungswissenschaften an der Universität Tübingen trifft einen wunden Punkt. Denn das kleine Team mit nur etwa 40 Fachpersonen ist für rund 380'000 Menschen zuständig, die im Plattenbau-Aussenviertel von Kiew auf zwei bis drei Quadratkilometern leben. Die Möglichkeiten der Sozialen Arbeit sind hier begrenzt; viele straffällige Jugendliche werden in sogenannten «Umerziehungslagern» untergebracht. Spechts direkte Frage hat aber vor allem einen spannenden Austausch zwischen den ukrainischen Sozialarbeitenden und ihren angehenden Berufskolleginnen und -kollegen aus der Schweiz provoziert. 14 Bachelor-Studierende der Sozialen Arbeit haben im Februar an der Studienreise teilgenommen und damit einen Grenzgang gewagt – einen Grenzgang sowohl im geografischen als auch im professionell-fachlichen Sinne. Initiiert, vorbereitet und begleitet wurde die Studienreise von Stephan Schlenker, Dozent im Fachbereich Soziale Arbeit an der FHS, sowie von den Lehrbeauftragten Tammy Andrejowich-Mock und Walther Specht.

Das positive Potenzial einer Gang
Letzterer ist selbst ein Grenzgänger. «Ein Grenzgänger zwischen Theorie und Praxis», wie er sagt. Einer, der in den 1960er-Jahren die «Mobile Jugendarbeit» – die aufsuchende Sozialarbeit oder auch Streetwork – in Deutschland mitbegründet hat. «Damals herrschte die Haltung vor, dass jugendliche und gewaltbereite Gangs ‹zerschlagen› werden müssen», erzählt Stephan Schlenker, der bei Walther Specht an der Universität Tübingen studiert und das Examen gemacht sowie den Professor Jahre später als Lehrbeauftragten an die FHS St.Gallen geholt hat. «Walther Specht hat einen Kontrapunkt gesetzt, indem er aufzeigte, wie Sozialarbeitende mit den Gangs auf der Strasse arbeiten können. Wie sie das positive Potenzial einer Peer Group nutzen können.» Ein Beispiel sei einerseits der Gedanke des Familienersatzes und ­andererseits die Peer Group als Ort der Bewährung, des Erfahrens und der Abgrenzung zum oftmals zerrütteten Elternhaus.

Ein Feuer entfacht
In einem aktuellen Buchprojekt (siehe rechte Spalte) beschreiben Stephan Schlenker und Christian Reutlinger, Leiter des Instituts für Soziale Arbeit an der FHS St.Gallen, die 50-jährige Entstehungsgeschichte und Arbeitsansätze der Mobilen Jugendarbeit. «Auch bei hoch misstrauischen, manchmal sogar feindselig eingestellten Jugendlichen kannst du das abschmelzen lassen, wenn du sie ernst nimmst, wenn du sie magst. Ja, du musst sie lieben», wird Walther Specht im Buch zitiert. Die Buchautoren sind überzeugt: «Wenn prägende Persönlichkeiten ‹ihren Ansatz› selbst vorstellen, ihn im Geworden-Sein der persönlichen Biografie, den historischen und politischen Ereignissen sowie den fachlichen Zusammenhängen erklären, beginnt das Verstehen, wird das Feuer entfacht.» Ein Funke ist bereits vor einem Jahr im FHS-Wahlpflichtmodul mit Walther Specht gesprungen und nun wieder auf der Studienreise. Ziel der Reise war es, der post-sowjetischen Entwicklung sowie der aktuellen gesellschaftlichen Situation nach den Odessa-Ausschreitungen 2014 nachzugehen und vor diesem Hintergrund die Bedeutung der Sozialen Arbeit in der Ukraine zu erfassen. Auf dem Programm standen Besuche bei Sozialen Diensten und bei der «Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit», eine Stadtteilbegehung mit ukrainischen Sozialarbeitenden sowie ein Ausflug in die Universitätsstadt Chernihiv.

Die Studierenden lernten verschiedene Grenzen kennen, an welche ihre Profession in der Ukraine stösst: die Auswirkungen von Krieg und Flucht, Grenzkonflikte zwischen der Ukraine und der russischen Föderation, die ­Gefahr von entstehenden faschistischen Gruppierungen, Korruption, Menschenhandel, familiäre Gewalt – ein Spannungsfeld zwischen Frieden und Unfrieden. «Von den Sorgen, Ängsten und Nöten zu hören und gleichzeitig zu wissen, dass wir in die sichere, stabile Schweiz zurückkehren, war eine schwierige Vorstellung für mich», erzählt die Studentin Eva Joos. Der Austausch mit Sozialarbeitenden in der Ukraine sei eindrücklich gewesen. Deren Professionalität, das Ausbildungsniveau und die hohe Differenziertheit hätten sie zugegebenermassen etwas überrascht, berichtet sie und schickt nach: «Da hat mich wohl die ‹Schweizer Arroganz› – zu glauben wir seien in solchen Belangen fortschrittlicher als der Osten – erwischt.»

Einladung nach St.Gallen folgt
«Berufskolleginnen und -kollegen in der Ukraine leisten trotz teils prekären Situationen und ungünstigen Rahmenbedingungen eine fachlich-reflektierte Arbeit und entwickeln dabei innovative Konzepte», bestätigt Stephan Schlenker. Familienhilfe, die bereits mit der Schwangerschaft beginnt, oder männerspezifische Beratungsangebote nennt er als Beispiele. Der Kern und die Intention der Sozialen Arbeit mit den zugrunde liegenden Bezugsdisziplinen und jeweiligen Prinzipien seien die gleichen – unabhängig vom Land. Den Austausch mit der Ukraine wollen Schlenker und der Fachbereich Soziale Arbeit aufrechterhalten: Bereits im nächsten Jahr möchten sie Studierende und Dozierende der Universität Chernihiv nach St.Gallen einladen.


Rückblick zur Ukraine-Reise aus Sicht einer Studentin
Im Interview erzählt die Teilnehmerin und Bachelor-Absolventin Eva Joos was sie an der Studienreise am meisten beeindruckt hat und verrät, dass sie im Austausch mit ukrainischen Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern von der «Schweizer Arroganz erwischt wurde».

Weitere Impressionen der Studienreise
substanz Nr. 1/2017: Studienreise in ein Plattenbau-Aussenviertel in der Ukraine
Fotos: Niklaus Keller


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