Ein Mädchen hält eine erwachsene Person an der Hand.

Lehrgangsaufbau und -inhalte

Der Zertifikatslehrgang widmet sich folgenden Themenschwerpunkten:

Einführung in den Lehrgang

  • Kindesschutz/Kinderrechte: Definitionen aus kinderrechtlicher, sozialarbeiterischer, psychologischer, medizinischer Perspektive
  • Erläuterung Leistungsnachweise

Soziologische Perspektiven auf die Entstehung familialer Problemlagen

  • Soziologisches Fallverstehen mit der gesamten Lebenslage der betreffenden Familie
  • Aneignen und Vertiefen von soziologischen Wissensbeständen
  • Verstehen von familiären Krisen- und Problemlagen
  • Hintergründe von Gefährdungen verstehen um angemessen intervenieren zu können
  • Aneignen von Wissen im Rahmen einer Fallwerkstatt und konkreter Fallbeispiele

Theoretische und empirische Erkenntnisse zur Kindheit*

  • Kennenlernen der Entwicklungsaufgaben der Kindheit
  • Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Aufwachsens von Kindern
  • Historischer Zugang zum Wandel der Kindheitsbilder
  • Systematisierung der theoretischen Zugänge
  • Reflexion des eigenen Blickes auf Kindheit
  • Empirische Befunde zu früher Kindheit

Medialer Alltag von Kindern und Jugendlichen

  • Mediennutzung und Mediensozialisation
  • Medienentwicklungen und ihre Folgen im Alltag: Chancen und Herausforderungen
  • Medienkompetenz: Begriffsdefinitionen und Modelle
  • Einführung in die Medienpädagogik: Positionen in den medienpädagogischen Debatten um Neue Medien und Handlungsansätze
  • Medienpädagogische Fallbeispiele

Migration und interkulturelle Integration

  • Interkulturelle Irritationen als Arbeitsinstrument im Kulturkontakt
  • Mit den Kernkulturkonzept konfliktive Differenzen und transkulturelle Gemeinsamkeiten erkennen
  • Interkulturelle Konfliktsituationen personenadäquat und integrationsrelevant aufbereiten

Kindeswohlgefährdung erkennen, einschätzen und handeln*

  • Systematisches Anwenden der beiden Instrumente Leitfaden für das Vorgehen bei Gefährdung des Kindeswohls und Instrument Gefährdungseinschätzung anhand von Fallbeispielen
  • Handlungsgrundsätze im Kindesschutz
  • Vorgehensweisen bei Verdacht auf körperliche, psychische oder sexuelle Gewalt und/oder Vernachlässigung
  • Interventionsmöglichkeiten
  • Reflexion von Haltungen und Grundsätzen für die Arbeit mit betroffenen Kindern, Jugendlichen und gewaltausübenden Personen
  • Zusammenarbeit und Kooperation mit Eltern, Bezugspersonen und Fachleuten

Täterstrategien

  • Tatdynamik und Täterstrategien erkennen
  • Täterarbeit als Opferschutz – wie funktioniert das?
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit – Aufträge und Rollen in der Arbeit mit Tätern und Opfern
  • Grundlagen der fachpsychologisch-forensischen Tatbeurteilung
  • Interventionsmöglichkeiten und Methoden des Risikomanagements

Zivilrechtliche Kindesschutzmassnahmen: Rechtliche Grundlagen und Einbettung in die Praxis

  • Grundlegende Prinzipien und Massnahmen im zivilrechtlichen Kindesschutz (inkl. Verfahren)
  • Zuständigkeiten sowie Partizipation von Kindern und Jugendlichen im zivilrechtlichen Kindesschutz
  • Grundsätze und Vorgehensweisen im zivilrechtlichen Kindesschutz
  • Organisation und Rollen im zivilrechtlichen Kindesschutz
  • Arbeit mit Fallbeispielen

Schnittstelle strafrechtlicher Kindesschutz

  • Rechtliche Grundlagen des Strafrechtes: Zuständigkeiten und Verfahren
  • Grundsätze und Vorgehensweisen und Schnittstellen zwischen Straf- und Zivilrecht
  • Einbettung und Anwendung in der Praxis mit Fokus auf die Zusammenarbeit
  • Zuordnung Zivilrecht und Strafrecht in Fallsituationen

Opferhilfegesetz

  • Grundlagen des Opferhilfegesetzes bezogen auf Kinder und Jugendliche
  • Anwendung und Handlungsoptionen des Gesetzes
  • Arbeitsweise einer Opferhilfestelle für Kinder und Jugendliche
  • Übung und Anwendung anhand von Fallbeispielen

Gesprächsführung mit Kindern*

  • Kennenlernen von unterschiedlichen kreativen Gesprächsformen und -techniken
  • Gestaltung und Protokollierungen von Anhörungen mit Kindern
  • Übung und Anwendung anhand konkreter Fallbeispiele

Aktenführung und Berichterstattung*

  • Funktionale Einbettung der Akten und Berichterstattung, Adressaten
  • Inhaltliche Standards sozialarbeiterischer Berichte/Gutachten und Akten
  • Sprachliche und formale Gestaltung
  • Kritische Reflexion von Möglichkeiten und Risiken der Berichterstattung

Trauma und Resilienz*

  • Hintergrundinformationen zu Folgen von Traumata unter besonderer Berücksichtigung von komplexer und sequentieller Traumatisierung
  • Bedeutung von Risiko-, Schutzfaktoren und Resilienz in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  • Sichere Orte schaffen für Kinder und Jugendliche: Traumasensible und resilienzorientierte Konzepte, Prinzipien und Ansätze
  • Traumapädagogisches (Fall)Verstehen und Handeln: Haltung und erprobte Instrumente/Methoden im Umgang mit herausforderndem Verhalten und Stresssymptomen

Fallstudien

  • Kennenlernen und Anwendung von Modellen der Fallbesprechung in einem interdisziplinären Team
  • Integration und Reflexion der Inhalte des Lehrgangs anhand von Fallbeispielen

Dieser Lehrgang schliesst mit mindestens einem Leistungsnachweis ab.

*Diese Kurse können Sie auch als Einzelseminar besuchen