Porträts

Christiane Klug, einst als «Landpomeranze» aus der Steiermark der Liebe wegen in die Schweiz gekommen, hat ihren Master 2015 abgeschlossen und arbeitet seither als Berufsbeiständin.

Die Menschen, mit denen Christiane Klug tagein, tagaus arbeitet, gehören zu den schwächsten der Gesellschaft. Zu den verletzlichsten. Es sind chronisch psychisch Kranke, ehemalige Straftäter, Menschen mit Demenz und Kleinkinder. Christiane Klug ist seit Herbst 2015 Berufsbeiständin bei den Sozialen Diensten der Stadt St.Gallen.

Sie war eine der ersten Master-Absolventinnen an der FHS St.Gallen: 2012 schloss Sabina Ruff, heute Leiterin Gemeinden und Netzwerke beim Kanton St.Gallen, ihr Master-Studium ab. Aber nicht mit dem Studieren.

Umwege, unerwartete Abzweiger, ein paar Schlenker: Sabina Ruffs beruflicher Weg war kein gradliniger. Kein Klassiker aus der Karrierebibel. Aber ein Weg, der ihr immer wieder neue Denkweisen eröffnet hat, wie sie sagt. 2012 hat die heute 55-Jährige als eine der ersten Studierenden an der FHS St.Gallen ihren Master in Sozialer Arbeit abgeschlossen. Heute arbeitet sie als Leiterin Gemeinden und Netzwerke beim Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen, ihre Schwerpunkte sind Gemeindeorientierte Gesundheitsförderung, Frühe Förderung und Netzwerkbildung im Alter.

Soziales Engagement hatte in Damaris Diethelm-Leichts Leben schon immer einen hohen Stellenwert. Heute berät die Sozialpädagogin, die das Master-Studium berufsbegleitend absolviert hat, Jugendliche bei der Berufswahl.

In der Oberstufenschule tipiti in Wil werden Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten auf die Berufswahl vorbereitet und begleitet, bis sie eine Lehre abgeschlossen haben oder sonst in die Berufswelt integriert sind. Damaris Diethelm, Teil eines Teams aus sechs Festangestellten und zwei Studierenden, berät und betreut die 13- bis 16-Jährigen. «Das gefällt mir hier besonders und hat mir schon immer an Sozialer Arbeit gefallen: dass man den Menschen in seinem Umfeld unterstützen kann», erzählt sie. «Ich kann die Jugendlichen dort abholen, wo sie sind.»

Sara Rossi hat als Pflegefachfrau HF auf der Onkologie gearbeitet. Und irgendwann entschieden, dass sie mehr will. Etwas anderes. Heute steckt sie mitten im Master-Studium in Sozialer Arbeit.

Es gibt fast nichts, wofür sie sich nicht interessiert. Fast nichts, worüber sie nicht mehr wissen möchte: «Deshalb studiere ich auch so gerne», sagt Sara Rossi. «Was auch frustrierend sein kann – alles zu wissen, ist ja unmöglich.» Aufgewachsen im Ausserrhoder Dörfchen Rehetobel, arbeitet Sara Rossi an der FHS St.Gallen als Wissenschaftliche Assistentin auf der Fachstelle Praxisprojekte Soziale Arbeit und absolviert den damit verbundenen Master in Sozialer Arbeit. Ein Weg, der so nicht vorhersehbar war.
 

Thomas Knill doziert seit 2011 an der Fachhochschule St.Gallen. Dozent zu werden, war nie sein Ziel. Und auch sein Weg zur Sozialen Arbeit war nicht gerade der direkteste.

Er war der jüngste Spross einer grossen Bauernfamilie. Machte als Jugendlicher eine Lehre in einem Beruf, der bereits damals am Aussterben war, betreute später Asylsuchende. Und merkte, dass er lieber mit Menschen als mit Schraubenziehern arbeitet: Heute ist Thomas Knill Dozent für Soziale Arbeit an der FHS St.Gallen. «In der Lehre zu landen, war nie mein Ziel», sagt er. «Wissen und Erfahrung weiterzugeben, ist aber enorm spannend.»

Zuerst wollte er Jus studieren, entschied sich dann aber für Soziale Arbeit. Heute steckt Tobias Kindler mitten im Master-Studium und hat auch schon in einem Kriseninterventions-Team in Berlin gearbeitet.

Passiert ist es in Genf, in einer Altersresidenz: Dort absolvierte Tobias Kindler, aufgewachsen in Rehetobel und Romanshorn, im Jahr 2010 seinen Zivildienst. Gegangen war er mit dem Ziel, sein Französisch für ein Jus-Studium in Fribourg aufzubessern – zurückgekommen mit der Gewissheit, dass er viel lieber Soziale Arbeit studieren möchte. «Ich habe in diesem Pflegeheim mit vielen Sozialarbeitenden zusammen gewirkt und festgestellt, dass mich ihre Themen stark interessieren», erzählt Kindler.