Einblick ins Studium

Studierende erzählen...

...von einer Unterrichtseinheit in Herz-Lungen-Wiederbelebung 

Wie praxisorientiert ist das Bachelorstudium in Pflege an der FHS St.Gallen? Welche Rolle spielt die englische Sprache bei der Vermittlung von Pflegeinhalten? Im folgenden Video sehen Sie, wie die Bachelorstudierenden in einer Unterrichtseinheit unter Beobachtung eine Herz-Lungen-Wiederbelebung durchführen und dabei in englischer Sprache miteinander kommunizieren müssen.

von ihrem Einsatz beim Schweizerischen Jungschartreffen 2016 

Im Rahmen des Wahlmoduls «Sanitätsdienstliche Versorgung an einem Grossanlass» hatten vier Bachelor-Studierende die Möglichkeit, ihre praktischen Kompetenzen am Schweizerischen Jungschartreffen 2016 unter Beweis zu stellen. Melanie Landolt und Nicolaj Sprecher erzählen von viel Verantwortung, erschwerten Bedingungen, grossartigem Teamwork, einer Simulationsübung und jeder Menge Spass. 

Um es vorweg zu nehmen: Den Anlass empfanden wir als vollen Erfolg, es war spannend, unsere Fähigkeiten direkt im Feld, mit erschwerten Bedingungen unter Beweis zu stellen. Erschwert, weil wir mit den sehr einfachen Umständen zurechtkommen mussten – sowohl das Leben im Zelt als auch der Arbeitsalltag mit reduzierten Ressourcen haben einiges von uns abverlangt. 

Das Eintauchen in ein neues unbekanntes Setting und die Zusammenarbeit mit Studierenden, Mitarbeitenden und Dozierenden waren sehr besondere Erlebnisse für uns. Wir konnten ausserdem unsere Fähigkeiten aus dem Klinischen Assessment eigenständig und in eigener Verantwortung ausüben. 

Vollwertige Teammitglieder 

Die Zusammenarbeit im Sanitätsdienst empfanden wir als sehr angenehm. Wir fühlten uns von Anfang an im Team aufgenommen und vollwertig zugehörig. Wir bekamen die Möglichkeit aktiv unser Wissen und unsere Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und trotzdem konnten wir bei Fragen auf die Erfahrungen der anderen Mitarbeitenden zurückgreifen. Niemand von uns fühlte sich während des Einsatzes «ins kalte Wasser geworfen». Eine der grundlegenden Erfahrungen, die wir machen durften, war das Umdenken. Wir mussten uns gedanklich vom institutionellen Alltag lösen und lernen, mit den vorhandenen Ressourcen zurechtzukommen. Wir griffen daher vermehrt auf alternative oder konventionelle Behandlungsmethoden zurück. Nicht jede Verletzung benötigt eine hochtechnisierte Intervention – oftmals reichen Behandlungen aus «Grossmutters Zeiten». 

Eine kleine Simulation

Die Verantwortlichen des Sanitätsdienstes wollten uns noch einen besonderen Abschluss bieten und planten daher eine «kleine» Simulation. Sämtliche Personen aus Sanität und Sicherheitsdienst wurden informiert, nur wir wussten nicht, was auf uns zukommt. Die Anspannung wuchs von Minute zu Minute. Ein paar kleinere «Wehwehchen» behandelten wir, während wir mit den Gedanken jedoch längst beim mysteriösen Einsatz waren. Was erwartet und, was haben sie geplant und sind wir der Situation überhaupt gewachsen? Plötzlich war es soweit, die Einsatzanforderung lautete: Notfall an der Kletterwand.

Plötzlich war es soweit, die Einsatzanforderung lautete: Notfall an der Kletterwand. Doch wo finden wir diese Kletterwand? Wir orientierten uns in Windeseile auf dem Lagerplan und rannten los, so schnell wir konnten. Das Adrenalin spürten wir in jeder Körperzelle, die Leute feuerten uns an und wir konnten uns das Lachen nur schwer verkneifen. Am Einsatzort angekommen bekamen wir den ersten Bericht vom Sicherheitsmitarbeitenden. Eine Person sei von der Kletterwand gestürzt und liegt nun schwer verletzt am Boden. Eine weitere Person, mit blutverschmierten Händen befand sich unten und die Schwester der schwer Verletzten, die aufgebracht nervös oben auf der Plattform festsitzt. Wir gaben dem Sicherheitsdienst die Aufgabe die Rettung zu informieren und begannen uns in der Situation zu orientieren. Eine Person übernahm die Betreuung der Verunfallten am Boden, welche ihre Beine nicht mehr spürte. Das heisst die Person musste bei Bewusstsein bleiben und stabilisiert werden. Zusätzlich mussten wir noch die zwei beteiligten Personen betreuen und dafür sorgen, dass sie nicht in die Versorgung der verunfallten eingreifen. Alles geschah wirklich schnell. Wir handelten aus dem Affekt, so wie wir es in der Notfallversorgung aus Schule und Arbeitsalltag kannten. Es war erstaunlich wie wir als Team funktionierten, obwohl wir noch nie zusammengearbeitet haben. Wir übernahmen die Situation so lange bis der Krisenstab eintraf und uns von der Situation «erlöste».

Es war für uns beide eine gelungene Erfahrung, der Gedanke, das ganze sei nur inszeniert kam niemals auf. Noch jetzt sind wir dem Sanitätsdienst dankbar für diese Erfahrung und die konstruktiven Rückmeldungen, welche uns für die Zukunft weiterbringt. Eine Simulation direkt im Feld.

Der Spass kam nicht zu kurz

Da es sich um ein Jungschartreffen handelte fanden auch diverse mehr oder weniger gefährliche Spiele statt. Ein Spiel, das vor allem Nicolaj faszinierte, war die englische Bulldogge. Alles beginnt mit einer Person gegen den Rest. Der Fänger muss Teilnehmer aus dem anderen Team fangen und für drei Sekunden vom Boden aufheben. Somit werden es immer mehr Fänger und das Entkommen wird schwieriger. An einem ruhigen Nachmittag entschloss sich Nicolaj, an einem solchen Spiel teilzunehmen. Melanie wollte zu diesem Zeitpunkt das Geschehen von aussen mitverfolgen. Ihr war noch nicht klar, dass dies von den «Jungschärler» nicht akzeptiert wird. So organisierten wir einige Personen, die gerne teilnehmen würden und das Spiel kam zustande. Auch Melanie wurde mehr oder weniger freiwillig dazu aufgefordert mitzumachen. Es war ein Spiel voller Adrenalin und Anstrengung. Doch es machte unglaublich Spass und war eine gelungene Abwechslung zum Arbeitsalltag. Auch wenn das Spiel selbst sehr unfallgefährdet ist, waren wir froh, dass nichts weiter passiert ist und auch wir nur ein paar blaue Flecken und Kratzer davongetragen haben.

Fazit

Während des Einsatzes war die Stimmung sehr entspannt und wir durften viele schöne Momente mit den unterschiedlichsten Menschen erleben. Das Modul würden wir auf jeden Fall an alle Studierenden weiterempfehlen, die Interesse daran haben, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und Freude daran haben, ein Teil eines Grossanlasses zu sein.