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Forschungsprojekt

A-DOCK

Soziale Andockstellen für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung im lokalen Netzwerk in Ge-meinden am Beispiel der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Kinder- und Jugendliche mit Fluchterfahrung leben unter uns

Spätestens seit dem vorläufigen Höhepunkt der Flüchtlingsmigration im Jahr 2015 leben Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung auch in Schweizer Gemeinden. Diese jungen Menschen werden aus unterschiedlichsten Gründen dazu gezwungen, ihr vertrautes Umfeld hinter sich zu lassen und an einem neuen Lebensort in einem neuen – für sie meist fremden Land – anzukommen. 'Ankommen' bedeutet für sie mehr als am neuen Wohnort im neuen Land zu leben. Es bedeutet auch dort zur Schule zu gehen, die Sprache zu lernen oder mit Erlebtem zurechtzukommen und vieles mehr. Das Gefühl am neuen Lebensort angekommen zu sein, wird für sie erst dann wirksam, wenn sie dort auch am Alltag und am öffentlichen Leben teilhaben können und sich als Teil davon wahrnehmen. Überhaupt erst an solche – meist wenig institutionalisierten – Alltagsbereiche heranzukommen und anzudocken, bedeutet für geflüchtete Jugendliche eine grosse Herausforderung, die sie zudem in einer besonders sensiblen Lebensphase trifft.

Die Offene Kinder- und Jugendarbeit (OKJA) leistet vor Ort mit ihrer Arbeit mit jungen Menschen einen wesentlichen Beitrag beim Ankommen, indem sie offene Angebote für alle Kinder und Jugendlichen bereitstellt. Sie ist mit ihren niederschwelligen Angeboten, ihrer langjährigen Expertise in soziokultureller Vielfalt sowie ihrer Verortung in den Gemeinden eine zentrale Andockstelle für junge Menschen, die in der Schweiz ankommen und Teilhabemöglichkeiten und -zugänge benötigen.

Ankommen – ANDOCKEN – Teilhaben

Im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsprojekts A-DOCK (Soziale Andockstellen für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung im lokalen Netzwerk in Gemeinden am Beispiel der OKJA) bearbeitet das Institut für Soziale Arbeit der FHS St.Gallen Fragen zu Teilhabezugängen und Angeboten der OKJA für Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung. Dazu wird eine schweizweite Bestandesaufnahme zu bestehenden Angeboten gemacht. Auf Basis dieser Grundlage treten wir mit Partnerinnen und Partnern aus der Praxis der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, aus Bereichen der Migration und Integration sowie Jugendlichen in den Dialog zu Gelingensfaktoren und Herausforderungen bezüglich sozialen Andockens. Darauf aufbauend werden in zwei Pilotgemeinden der Schweiz, exemplarisch Gemeindedialoge durchgeführt, in dessen Rahmen mit zentralen Akteurinnen und Akteuren zum Thema eine Navigationshilfe entwickelt wird. Diese bietet Unterstützung, um lokale Netzwerke und Angebote in den eigenen Gemeinden zu überprüfen und koordiniert in gemeinsamer Verantwortung auszubauen.  Die Navigationshilfe wird über die Projektlaufzeit hinweg weiteren Gemeinden zur Verfügung gestellt.

Projektteam: Christian Reutlinger, Prof. Dr. phil. habil., Bettina Brüschweiler, MSc FHO in Sozialer Arbeit, Heidi Furrer, Madeleine Vetterli

Kooperation: DOJ/AFAJ - Dachverband offene Kinder- und Jugendarbeit Schweiz, Stadt Frauenfeld - Fachstelle KJA 20gi, Stadt Wil - Offene Kinder- und Jugendarbeit, Forschungsstelle für sozialraumorientierte Praxisforschung und Entwicklung (FSPE) - Hochschule Düsseldorf

Laufzeit: 01.05.2018 - 31.03.2019

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