«Meine Arbeiten haben etwas Flüchtiges, Fragiles und hoffentlich Offenes»

Roland Brauchli ist Künstler und Buchgestalter. Der 42-Jährige wuchs in Rheineck auf und lebt seit 15 Jahren in London. Am Freitag, 8. März, ist er an der FHS St.Gallen zu Gast und verrät in einem öffentlichen Künstlergespräch mehr über seine Arbeit und die aktuelle Ausstellung «Hans Hartung und Roland Brauchli: Druckgrafiken. Ein Dialog in Strichen und Flecken».

Wann haben Sie beschlossen, Künstler zu werden?

Ich glaube die Frage ist eher: Wann merkt man, dass man Künstlerin ist? Wann sieht man die Kunst als Möglichkeit? Ich habe den Weg über die Grafik eingeschlagen, die Kunst war immer da. Mit einem Master Studium in Camberwell, London, habe ich den Schritt dann gewagt.

Was hat Sie auf diesem Weg geprägt?

Das waren vor allem Menschen, meine Freunde und die Kunst.

Was führte Sie nach London?

Die Grossstadt. London ist Heimat.

Und was hat die Heimat, was London nicht hat?

Der Bodensee fehlt manchmal.

Was zeichnet Ihre Arbeiten aus?

Meine Arbeiten haben etwas Flüchtiges, Fragiles und hoffentlich Offenes.

Woher holen Sie sich Inspiration und Kreativität für Ihr Schaffen?

Meist entstehen Arbeiten durch das Befragen von Materialien und Prozessen. Immer braucht es Zeit.

Sie bezeichnen sich selbst als «Papiersammler». Was fasziniert Sie daran?

Das Leichte, Fragile, Taktile und der Bezug zum Menschen. Die Möglichkeit, durch einen Falt von der Fläche in den Raum zu gelangen und Zeit zu schaffen. Und immer das Buch.

Welches sind Ihre aktuellen Projekte?

«There is nothing to know ... working towards now» ist eine Serie von Events mit befreundeten Künstlerinnen, die als Open Studio in London endet. Ende März erscheint das Buch «Emma Kunz – Visionary Drawings» für die Serpentine Galleries, das ich gestaltet habe. Ausserdem entwickle ich im Moment die Grafik für den Schottischen Beitrag zur 58. Biennale in Venedig.

Warum zeigt Roland Brauchli seine Werke ohne Rahmen? Was verbindet ihn mit den Werken von Hans Hartung? Mehr über den Künstler und die Ausstellung «Hans Hartung und Roland Brauchli: Druckgrafiken. Ein Dialog in Strichen und Flecken» erfahren Sie im Rahmen des Künstlergesprächs am Freitag, 8. März. Die Kunstvermittlerin der FHS St.Gallen Maria Nänny führt mit Roland Brauchli den «Dialog über den Dialog». Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind herzlich eingeladen. Detaillierte Informationen und Anmeldung: www.fhsg.ch/kunst