Institut für Architektur eröffnet

Vor einem Jahr hat die FHS St.Gallen ihre ArchitekturWerkstatt in der Hauptpost beim Bahnhof St.Gallen feierlich eingeweiht. Am vergangenen Mittwoch, 16. Januar, wurde das dazugehörige Institut für Architektur IfA-FHS offiziell eröffnet.

«Das Institut hat wie alle anderen Institute an der FHS die Aufgabe und Chance, anwendungsorientiert zu forschen, Wissen zu generieren und dieses auch zu verbreiten», sagte FHS-Rektor Sebastian Wörwag in seiner Begrüssung zur Eröffnung des Instituts für Architektur IfA-FHS am vergangenen Mittwochabend. Das IfA-FHS wird insbesondere Fragen zur regionalen Baukultur und deren Entwicklung und Bedeutung für die Ostschweiz stellen, um darauf aufbauend einen Blick in die Zukunft zu wagen und mögliche Lösungen anzubieten.

Diskurs über «gutes Bauen» fördern

Für Anna Jessen, Leiterin der ArchitekturWerkstatt St.Gallen, muss eine Forschung in der Architektur nahe am eigentlichen architektonischen Metier und Handwerk sein und Antworten liefern auf die Frage, wie wir eine lebenswerte Umwelt planen und bauen. Im IfA-FHS wird daher unter anderem der Diskurs über «gutes Bauen» an der Schnittstelle zwischen gesellschaftlichen Herausforderungen, technologischen Möglichkeiten und ökonomischen Fragen gefördert werden.

Zwei Forschungsschwerpunkte

Das IfA-FHS vertieft vorerst zwei Forschungsschwerpunkte: Unter dem Titel «Raum und Wahrnehmung – Instrumente einer interdisziplinären Raumgestaltung» werden engere und weitere Merkmale der Raumgestaltung interdisziplinär entwickelt, insbesondere den spezifischen Einsatz von Licht im Innen- und Aussenraum und das Potential textiler Strukturen und integraler Raumakustik.

Bausubstanz der Ostschweiz untersuchen

Unter dem Titel «Baukultur Ostschweiz – ein architektonisches Wissensarchiv» wird die Bausubstanz der Ostschweiz und die ihr zugrundeliegenden stadtplanerischen und architektonischen Entwicklungsprozesse vor dem Hintergrund der jeweiligen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen untersucht. Die Region, ihre Orte, Quartiere und Bauten werden auf ihre architektonische und sozialräumliche Qualität hin analysiert, um daraus Praktiken für künftige räumliche Entwicklungsprozesse abzuleiten. Wissenschaftlerinnen und Architekten gehen hier den Fragen nach, was gestern war, heute ist und morgen sein kann, erläuterte Anna Jessen.

Bauen, wohnen und arbeiten in der Ostschweiz

Das architektonische Wissensarchiv ist bereits im Aufbau, zwei interdisziplinäre Forschungsprojekte sind gestartet. Zum einen ist es der «Atlas St.Gallen/Ostschweiz», zum anderen das Projekt «Wohnen und Arbeiten im Wandel». Bei letzterem wird anhand von Beispielen aus der Ostschweiz die Entstehung von Wohntypologien, Wohnpraktiken, Siedlungs- und Stadtstrukturen im Zusammenhang mit Veränderungen in der Arbeitswelt im Zeitraum von 1850 bis 1980 untersucht. «Wir befinden uns noch in der Anfangsphase», sagte Katrin Albrecht, Architektin und Mitarbeiterin am IfA- FHS und zusammen mit Lukas Zurfluh zuständig für das Projekt. «Als nächste Schritte werden das Konzept und die Forschungsmethode präzisiert.» 

Interaktive Plansammlung im «Atlas St. Gallen/Ostschweiz»

Der «Atlas St. Gallen/Ostschweiz» ist eine interaktive Plansammlung über die massgeblichen Zeitschnitte der Entstehungsgeschichte hinweg, der die Gestaltveränderung von Landschaft, Siedlungsraum und Architektur sichtbar macht. «Damit wollen wir verstehen, warum gewisse Phänomene vorhanden sind, die uns Architekten täglich beschäftigen. Und wir wollen die Frage klären, welche langfristigen Entwicklungsperspektiven daraus entstehen können», sagte Tom Munz, Architekt und Mitarbeiter am IfA-FHS.