IDEE-FHS unterstützt St.Gallen bei neuem Kulturkonzept

Technik und Kultur? Passt bestens zusammen. Das beweist der Entwurf des neuen Kulturkonzepts der Stadt St.Gallen. Das Institut für Innovation, Design und Engineering IDEE-FHS plante für dessen Erarbeitung ein mehrstufiges Vorgehen, an dem verschiedene Anspruchsgruppen aus dem St.Galler Kulturleben teilhaben konnten. Anfang Juni hat die Stadt den Entwurf am Stadtkulturgespräch vorgestellt. Die Reaktionen waren durchwegs positiv.

St.Gallen will eine Stadt mit einer kulturellen Ausstrahlung weit über die Stadtgrenzen hinaus sein. Erreichen will sie das mit einem vielfältigen und breiten Kulturangebot und einer lebendigen Kulturszene. Um diese Vision umzusetzen, hat ein Projektteam ein neues Kulturkonzept erarbeitet. Zu diesem gehörten auch Selina Ingold und Andreas Peter vom Institut für Innovation, Design und Engineering IDEE-FHS. Das Institut übernahm das externe Projektmanagement. Auf den ersten Blick mag das keine naheliegende Wahl sein, berät das IDEE-FHS doch vor allem Unternehmen zu Innovationsprozessen und Innovationsfähigkeit. «Als interdisziplinäres Institut beschäftigen wir uns mit dem Verstehen von Bedürfnissen und der iterativen sowie partizipativen Entwicklung von Lösungen, die breit akzeptiert sind», erklärt Selina Ingold.

Mit diesem klaren Methodenschwerpunkt arbeitetet das IDEE-FHS sie längst nicht nur mit Unternehmen, sondern eben auch mit ganz unterschiedlichen Organisationen und Institutionen zusammen. «Wir haben bereits früher bei partizipativen Projekten im Kulturbereich mitgearbeitet. Damit ist das Kulturkonzept-Projekt mit der Stadt St.Gallen ein weiteres Anwendungsfeld in unserem Kompetenzbereich», ergänzt Andreas Peter. Letztlich sei das IDEE-FHS mit seinem designorientierten Entwicklungsansatz auch von der Arbeitsweise her mit dem kreativ-gestalterischen Schaffen verbunden.

Workshop, Umfrage, Forum

Für die Erarbeitung des Kulturkonzepts entwickelte das Institut ein mehrstufiges, bedürfnis- und handlungsorientiertes Verfahren. Zunächst fand eine schriftliche Umfrage bei 30 Exponentinnen und Exponenten aus der St.Galler Kulturszene und ein Workshop mit der interdisziplinären Fachgruppe zu Grundlagen für die kulturpolitischen Handlungsfelder statt. Anschliessend konnten sich Kulturschaffende, Vertreterinnen und Vertreter von Kulturinstitutionen sowie Interessierte an einem ersten Forum unter der Leitung des IDEE-FHS zur Ist-Situation und zu Entwicklungsvorstellungen äussern.

Das Institut untersuchte zudem Trends, die sich auf das Kulturschaffen sowie auf das Verbreiten und Konsumieren von Kultur auswirken. Dazu gehören zum Beispiel die technologische Entwicklung im Zusammenhang mit der digitalen Transformation, der demografische Wandel oder die Professionalisierung der Kulturarbeit. Zudem wird Kreativität eine immer wichtigere gesellschaftliche und wirtschaftliche Ressource.

Schnittstelle zwischen Kultur, Verwaltung und Politik

Das IDEE-FHS organisierte mit der Dienststelle Kulturförderung der Stadt St. Gallen zwei Kulturforen, an denen über 150 Kulturakteure die Handlungsfelder diskutierten und Massnahmen für die Umsetzung erarbeiteten. Daraus entstand schliesslich der jetzt vorliegende erste Konzeptentwurf, der am Stadtkulturgespräch Anfang Juni vorgestellt wurde und seither diskutiert wird. Für Selina Ingold und Andreas Peter war vor allem der Einbezug verschiedener Akteure mit sehr unterschiedlichen Ansprüchen und Bedürfnissen aber auch die Schnittstelle zwischen Kultur, Verwaltung und Politik eine interessante Herausforderung. Ihr Fazit: «Die Kulturförderung ist ein spannendes Themenfeld, das sich parallel zum gesellschaftlichen Wandel verändert.»

Bild: Simon Netzle