Diplomfeier der Sozialen Arbeit in kleinem aber feinem Rahmen

Die Fachhochschule St.Gallen hat im Pfalzkeller 76 Studierende gefeiert, die erfolgreich ihre Ausbildung in Sozialer Arbeit abgeschlossen haben. 75 Bachelor-Diplome und ein Masterdiplom wurden überreicht. Rektor Sebastian Wörwag nahm in seiner Festrede das Coronavirus zum Anlass, über Krisen und ihre Auswirkungen nachzudenken. Sie seien oftmals der Ausgangspunkt für etwas Neues, betonte er.

Studiengangsleiter Steve Stiehler übernahm den Einstieg in die Diplomfeier des Fachbereichs Soziale Arbeit an der FHS St.Gallen. Sie sei dem Themenkreis Abschied, Begrüssung, Ende und Anfang gewidmet. Der neuen Fachbereichsleiterin Yvonne Gassmann überreichte er einen Blumenstrauss und dem scheidenden Rektor Sebastian Wörwag dankte er für die vielen Diplomreden, die er auch im Fachbereich Soziale Arbeit gehalten hatte. Die fein gesponnenen Gedankengänge in seinen Essay ähnlichen Vorträgen seien für die Zuhörenden stets ein Genuss gewesen.

Beitrag zu einem gelingenden Leben

Yvonne Gassmann gab ihrer Freude darüber Ausdruck, dass ein Grossteil der Diplomandinnen und Diplomanden trotz Coronakrise den Weg in den Pfalzkeller gefunden hatte. Die Feier fand für einmal ohne die Angehörigen und mit grossen Abständen zwischen den einzelnen Stühlen statt. Deswegen werde aber die Übergabe der Diplome nicht weniger in Erinnerung bleiben. Die Diplomfeier falle zwar etwas kleiner als üblich aus, dafür aber nicht weniger fein.

Die Diplomandinnen und Diplomanden hätten sich während ihrer Ausbildung nicht nur grosses Wissen angeeignet, sondern auch eine in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik notwendige spezifische Haltung. Im Arbeitsalltag leisteten sie einen wichtigen Beitrag, damit Menschen in schwierigen Situationen zu einem gelingenden Leben finden könnten.

Krisen bringen Normalität ins Wanken

Sebastian Wörwag nahm die Coronakrise zum Anlass, über das Konstrukt einer Krise nachzudenken. «Krisen sind oftmals Ausgangspunkt für etwas Neues. Sie bewirken, dass der Mensch auf sich selbst zurückgeworfen wird und reflektieren muss», erklärte er. Bei allem Negativen bringe eine Krise auch etwas Positives hervor.

Eine Krise bringe meistens auch unser Normalitätskonstrukt ins Wanken. Dinge, die wir als selbstverständlich betrachtet hätten, müssten wir plötzlich hinterfragen. Natürlich wünsche er niemandem eine Krise, dennoch wolle er den Studierenden den Rat mit auf den Weg geben, die Normalität und ihre dazugehörigen Normen immer wieder aufs Neue in Frage zu stellen und zu überprüfen.