Der soziale Zusammenhalt im Dreiländereck

​​​​​​​Den persönlichen Austausch länderübergreifend leben, das war die Ursprungsidee der Euregio-Ringtagung. Und an dieser halten auch die heutigen Organisatorinnen der FHS St.Gallen, der Hochschule Ravensburg-Weingarten und der FH Vorarlberg fest. Am 14. Mai findet die Tagung zum Thema «Soziale Gerechtigkeit und Soziale Arbeit – (un)mögliche Veränderungsperspektiven?!» in St.Gallen statt.

Drei Fachfrauen aus drei Ländern sitzen an einem Tisch in der FHS St.Gallen und besprechen ihr internationales Vorhaben: die Euregio-Ringtagung 2019. Eine Veranstaltung, die jedes Jahr stattfindet, abwechselnd an den Standorten der Hochschulen St.Gallen, Ravensburg und Vorarlberg. «Es ist eine hervorragende Gelegenheit für die Studierenden der Sozialen Arbeit, sich über die Ausbildung und Landesgrenzen hinaus auszutauschen», sagt Gabi Hahn, Dozentin der Sozialen Arbeit an der FHS und Gastgeberin der diesjährigen Tagung. Dabei setzen sich die Teilnehmenden intensiv mit dem Fokusthema auseinander. 2016 war es die Migration, 2017 das Teilhabe-Management, im letzten Jahr die Soziale Arbeit 4.0. «Wir greifen stets ein aktuelles Thema auf, das uns im Berufsalltag beschäftigt», sagt Mitorganisatorin Annerose Siebert, Dozentin an der Hochschule Ravensburg.

Den Horizont erweitern

Das Spannende daran ist, dass die Studierenden Einblick in die Strukturen ihrer Landesnachbarn erhalten. «Das löst ganz viele Aha-Erlebnisse aus», so Siebert. Man erweitere den eigenen Horizont, blicke über den Tellerrand seines Alltags hinaus und erfahre, wie die Themen in anderen Ländern angegangen werden. So waren sich die drei Organisatorinnen auch schnell über das diesjährige Thema einig: Soziale Gerechtigkeit. «Wir haben letztes Jahr viel über Kürzungen gesprochen, damit verbunden über das Nichtgleichbehandeln, und stellten fest, dass es für viele Sozialarbeitende ein belastendes Thema ist», sagt Doris Böhler von der Hochschule Vorarlberg.

Vernetzung und Freundschaft

Die drei Dozentinnen stecken mitten in der Planung der kommenden Tagung. Auch wenn es viel Zusatzarbeit bedeutet, sind sie sich einig, dass sich das Engagement lohnt. Der internationale Austausch bietet den Studierenden einen Mehrwert, das zeigt sich an der grossen Teilnehmerzahl, welche die Tagung jedes Jahr verzeichnet. Auch die Tradition vermag dies zu untermauern, denn tatsächlich findet sie schon seit 1985 statt. Anfangs war es eine Zusammenarbeit für Dozierende, später dann für die Studierenden. Immer aber mit demselben Interesse, sich in der Sozialen Arbeit länderübergreifend zu vernetzen. Die Initianten damals: Heinz Allgäuer-Hackl aus Bregenz, Hans Walz aus Ravensburg-Weingarten und Kathrin Hilber aus St.Gallen.

Dann haben verschiedene Personen das Konzept weiterentwickelt; noch heute dabei ist Prof. Marcel Meier Kressig, Leiter des Master-Studiengangs an der FHS. Gaby Hahn ist seit 2004 dabei, Doris Böhler seit letztem Jahr und Annerose Siebert übernahm die Aufgabe vor sechs Jahren. Aus der Ringtagung haben sich Interkulturelle Studienwochen herausgebildet, auch Praktika werden immer mal wieder grenzübergreifend gemacht. So zeigt sich am Beispiel Euregio-Ringtagung vorbildlich, wie internationale Zusammenarbeit gelingt. «Auch Freundschaften entstehen dadurch, unter Studierenden wie unter Dozierenden», so Siebert.

Auch dieses Jahr treffen sich die Studierenden der Hochschulen Ravensburg, Vorarlberg und St.Gallen zum internationalen Austausch. Das Thema: Soziale Gerechtigkeit und Soziale Arbeit – (un)mögliche Veränderungsperspektiven?!; 14. Mai 2019, FHS St.Gallen. Weitere Informationen