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Systematische Förderung überfachlicher Kompetenzen

Die Bedeutung überfachlicher Kompetenzen für eine erfolgreiche Berufstätigkeit ist unbestritten. Bildungsinstitutionen kommt deshalb die Aufgabe zu, in ihren Bildungs- und Studiengängen nicht nur fachliche, sondern auch überfachliche Kompetenzen gezielt und systematisch zu fördern. Zentrale Voraussetzung für einen nachhaltigen Kompetenzaufbau überfachlicher Kompetenzen ist dabei ein verbindliches, bildungsgangspezifisches Förderkonzept, das eine gezielte Festlegung der für den Bildungs- bzw. Studiengang als sinnvoll erscheinenden Kompetenzen, eine angemessene Einbettung und zeitliche Positionierung der Förderung sowie die Koordination der Fördermassnahmen innerhalb des Bildungsgangs vorsieht. Zudem müssen die als wichtig definierten Kompetenzen didaktisch und methodisch sinnvoll gefördert werden.

Das Zentrum für Hochschulbildung unterstützt Bildungsinstitutionen bei der Bewältigung dieser anspruchsvollen Aufgabe. Im Folgenden finden sich hierzu zwei ausgewählte Projekte:

 

Projekt 1: Förderung überfachlicher Handlungskompetenzen im Studiengang BSc. in Betriebsökonomie der Fachhochschule St. Gallen

Die Zielsetzung des Projekts bestand darin, für den Studiengang BSc. in Betriebsökonomie ein Konzept zu entwickeln, das eine nachhaltige Förderung zentraler überfachlicher Kompetenzen vorsieht. Die Förderung erfolgt dabei systematisch und aufeinander abgestimmt in den Pflichtmodulen, also verbunden mit dem fachlichen Lernen, sowie über die gesamte Studiendauer hinweg im Sinne eines Spiralcurriculums. Die Umsetzung der Fördermassnahmen wurde mit Hilfe von Gesprächen mit Dozierenden sowie schriftlichen und mündlichen Befragungen von Studierenden evaluiert. Basierend auf den Ergebnissen wurden geeignete Weiterentwicklungen in die Wege geleitet.

 

Projekt 2: Wissenschaftliche Begleitung des «Lernforums» an der Höheren Fachschule Pflege des Berufs- und Weiterbildungszentrums für Gesundheit- und Sozialberufe St. Gallen (BZGS)

An der Höheren Fachschule HF Pflege des BZGS wird ein problembasiertes Curriculum umgesetzt. Dieses Curriculum setzt bei den Studierenden die Fähigkeit zum selbstgesteuerten Lernen und damit den Einsatz zahlreicher Arbeits- und Lernstrategien voraus. Da diese Kompetenzen bei den Studierenden in der Regel zu Beginn der Ausbildung nicht vorliegen, muss ihr Aufbau durch die Schule gefördert werden. Hierzu wurde seitens der Höheren Fachschule Pflege das Lerngefäss «Lernforum» etabliert. Im Projekt wurde dieses Lernforum einer wissenschaftlichen Evaluation unterzogen. Konkret wurden folgende Fragestellungen verfolgt:

  • Inwiefern sind die in der Literatur genannten und für selbstgesteuertes Lernen zentralen Lern- und Arbeitsstrategien im Konzept «Lernforum» angemessen abgebildet, sequenziert und gewichtet?
  • Inwiefern werden die gewählten Lern- und Arbeitsstrategien im Gefäss «Lernforum»“ didaktisch und methodisch sinnvoll gefördert?
  • Wie kann die angemessene Vernetzung zwischen «Lernforum» und fachlichem Unterricht gestaltet werden?