Living Labs

Living Labs sind das Gegenmodell zu klassischen Laboren. Sie bezeichnen die Testung von Produkten und Innovationen in realen Lebensumgebungen.

Das Konzept der Living Labs ist relativ neu und lässt sich auf Anfang des 21. Jahrhunderts datieren. Bislang fehlt allerdings eine klare Definition des Begriffs und es existieren verschiedene Konzepte von Living Labs. Das Interdisziplinäre Kompetenzzentrum Alter IKOA-FHS definiert ein Living Lab als «belebtes Labor» im Sinne eines Erfahrungsraumes. Es ist ein Zusammenschluss von unabhängigen Privathaushalten in eine vernetzte Struktur, die dazu dient, technische Assistenzsysteme und Dienstleistungen zu testen. 

Langzeittests im realen Leben

Bisher wurden technische Assistenzsysteme und Innovationen aus dem Bereich Active & Assisted Living (AAL) (Link Technik und AAL) hauptsächlich in klassischen und künstlich geschaffenen Laborbedingungen und nur für kurze Zeit getestet. Der Living Lab-Ansatz stellt im Gegensatz dazu den Langzeittest im realen Kontext in den Vordergrund. Private Haushalte bilden zusammen ein Living Lab im Sinne eines gemeinsamen Erfahrungsraumes. Die teilnehmenden Personen wirken partizipativ in den verschiedenen Phasen einer Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung mit; von der Entwicklung der Idee über die Ausarbeitung des Prototyps bis hin zum Test. 

Im Fokus stehen Privathaushalte beziehungsweise Endnutzer/innen der Altersgruppe 60+. Ihre Haushalte werden mit einer technischen Innovation aus dem Bereich AAL (Active & Assisted Living) ausgestattet. Dort werden –durch das Team des IKOA-FHS wissenschaftlich begleitet – die Tests der technischen Assistenzsysteme oder Dienstleistungen im Rahmen einer Pilotphase durchgeführt. Im Zentrum dieses Ansatzes steht der «End-user» (Endnutzer/in), der diese Systeme im Rahmen seines Alltags im privaten Wohnumfeld langfristig testet und damit zum zentralen Faktor der Innovationsentwicklung wird.

Mehr Autonomie, mehr Lebensqualität

Die Zielgruppen der Living Labs sind Menschen 60+, deren Angehörige sowie Personen, die im Rahmen ihrer Tätigkeit mit älteren Personen zu tun haben. Ausgehend von diesen drei Zielgruppen werden drei Ziele fokussiert:

  • die Autonomie und Selbständigkeit von älteren Personen möglichst lange zu erhalten
  • das Pflegepersonal und pflegende Angehörige möglichst optimal zu unterstützen 
  • die Sicherheit und Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen und verbessern

Das Living Lab-Konzept bildet für das IKOA-FHS den geeigneten Rahmen, um Innovationen aus dem AAL-Bereich nutzerzentriert und partizipativ zu testen, zu entwickeln und damit schliesslich eine hohe Akzeptanz zu erreichen.