Bewegungsförderung

Bewegung ist für uns Menschen essenziell. Jede Pflegebehandlung wird davon beeinflusst, inwiefern sich eine pflegebedürftige Person bewegen kann. Man spricht dabei auch von der «Bewegungskompetenz». Dies meint die Art und Weise, wie ein Mensch seine Bewegung an aktuelle Herausforderungen anpassen kann – zum Beispiel, wie sich eine von einer Halbseitenlähmung betroffene Person an den Bettrand setzen kann.

Die Förderung dieser Bewegungskompetenz bei der pflegerischen Unterstützung in Alltagsaktivitäten wie sich waschen oder kleiden, ist Aufgabe der professionellen Pflege. Das ist insofern wichtig, weil durch die Förderung der Bewegungskompetenz schwerwiegende Gesundheitsprobleme wie etwa ein Wundliegen (Dekubitus) verhindert werden können. Werden die Bewegungsmöglichkeiten der pflegebedürftigen Person bewusst miteinbezogen und gefördert, erlangt die Person mehr Autonomie und erfährt sich als wirksam.

Auch Pflegepersonen können und sollen ihr Wissen über Bewegungskompetenz vertiefen und sich damit vielfältige Möglichkeiten erarbeiten, wie sie bewegungseingeschränkte Personen bei Alltagsaktivitäten unterstützen können – ohne sich selbst körperlich zu überlasten.

Der Schlüsselbegriff lautet: Kinästhetik. Ein Bildungsprogramm, das zum Ziel hat, die Bewegungskompetenz von Pflegenden zu entwickeln und sie damit zu befähigen, eine bewegungs- und gesundheitsfördernde Pflege durchzuführen.

In diesem Zusammenhang interessieren uns vor allem folgende Fragestellungen:

  • Welche Kompetenzen benötigen Pflegefachpersonen, um eine bewegungs- und gesundheitsfördernde Pflege durchzuführen, und wie können diese evaluiert werden?
  • Wie lässt sich die Bewegungsförderung in den Pflegealltag integrieren?
  • Welche Wirksamkeit haben Kinästhetik-Bildungen?
  • Welche Edukation benötigen Pflegefachpersonen und pflegende Angehörige hinsichtlich einer gesundheitsfördernden Bewegungsunterstützung?

Laufende Projekte

Seit 2018

Activity of Daily Living Support in End of Life care: The impact of the education-based intervention program «AdKinPal» for palliative care nurses
Finanziert durch: Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW), Förderprogramm «Forschung in Palliative Care», Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung
Kooperationspartner: Kantonsspital Münsterlingen, Spital Affoltern am Albis, Kantonspital Winterthur

Projektleitung: André Fringer & Heidrun Gattinger


Bewegungskompetenz in der häuslichen Pflege: Ein Unterstützungsprogramm für pflegende Angehörige
Finanziert durch: Fondation Sana
Kooperationspartner: Spitex West St. Gallen, Spitex RhyCare Altstätten, Spitex Arbon

Projektleitung: Heidrun Gattinger


Kompetenzorientiertes Qualitätsmanagement: Ein Qualitätsmanagementsystem zur Entwicklung der pflegerischen Interaktionsqualität auf der Basis der Kinästhetik
Finanziert durch: Kommission für Technologie und Innovation KTI (Nr. 26981.1 PFES-ES)
Kooperationspartner: Kinaesthetics Schweiz, Kliniken Valens, Pflegeheim Lindenfeld Suhr

Projektleitung: Heidrun Gattinger

2018

Bewegungskompetenz in den Alltag der stationären Langzeitpflege implementieren: Entwicklung einer Lerntoolbox. Eine Machbarkeitsstudie
Finanziert durch: FHS St.Gallen

Projektleitung: Heidrun Gattinger


Kompetenzorientiertes Qualitätsmanagement: Ein Qualitätsmanagementsystem zur Entwicklung der pflegerischen Interaktionsqualität basierend auf Kinästhetik. Eine Machbarkeitsstudie
Finanziert durch: FHS St.Gallen

Projektleitung: Heidrun Gattinger

 

2017

Entwicklung einer Intervention für Pflegepersonen zur Bewegungsförderung von älteren Menschen in der stationären Langzeitpflege
Finanziert durch: FHS St.Gallen

Projektleitung: Heidrun Gattinger

 

2016

Kinästhetik in der Palliative Care
Finanziert durch: Dr. Hans Altschüler Stiftung
Kooperationspartner: Kinaesthetics Schweiz

Projektleitung: Heidrun Gattinger

 

2013

KUS KinaestheticsUserScience: Begleitforschung Pflegehotel St. Johann
Kooperationspartner: Pflegehotel St. Johann, Basel

Projektleitung: Virpi Susanna Hantikainen

Seit 2017

Kinästhetik in der stationären Langzeitpflege – Entwicklung eines Implementierungskonzeptes
Finanziert durch: Fachhochschule St.Gallen

Doktorandin: Carola Maurer

 

Seit 2013

Wirkung von Kinästhetik auf die Verminderung herausfordernden Verhaltens während der Unterstützung der Lebensaktivitäten bei demenzkranken Personen
Finanziert durch: Alzheimervereinigung, Ebnet Stiftung, SBK Schweiz

Doktorandin: Andrea Renz

2017

Development and evaluation of two instruments to assess nursing staff’s competence in mobility care based on Kinaesthetics
Finanziert durch: Fachhochschule St.Gallen, Gesundheitsförderung Schweiz

Doktorandin: Heidrun Gattinger