Verzögerte chemotherapie-induzierte Übelkeit

Das Auftreten von verzögerter chemotherapie-induzierter Übelkeit (dCIN) wird von Fachpersonen oft unterschätzt und zuverlässige Daten aus dem klinischen Alltag sind nicht bekannt. Zudem sind die komplexen Beziehungen zwischen dCIN, Leitlinienkonformität und Patientenadhärenz noch nicht detailliert beforscht.

Zielsetzung: Diese pflege-initiierte multizentrische Querschnittsstudie untersucht die dCIN-Prävalenz im klinischen Alltag. In einer nachfolgenden Studie sollen dann Maßnahmen entwickelt, implementiert und evaluiert werden. Spezifische Ziele sind: (1) Prävalenzerhebung von dCIN; (2) Zusammenhang zwischen dCIN und (a) Übereinstimmung der antiemetischen Therapien mit Leitlinien, sowie (b) Adhärenz der Betroffenen bezüglich der Einnahme der Antiemetika; (3) Standortbestimmung für teilnehmende Zentren.

Methoden: Erwachsene onkologische Patientinnen und Patienten mit ambulanter Chemotherapie werden rekrutiert. Angestrebt ist eine Stichrobe von mindestens 360 Personen (90-150 pro Zentrum). Primärer Endpunkt ist dCIN. Sekundäre Endpunkte sind Erbrechen, Antiemetika (Verschreibung; Einnahme); Einschränkungen durch Übelkeit im Alltag und patientenbezogene Barrieren. Mit einem Multi-Variaten-Regressionsmodell wird die Beziehung zwischen dCIN und sekundären Endpunkten berechnet. Jedes teilnehmende Zentrum erhält einen Qualitätsbericht mit eigenen Daten.

Laufendes Projekt

Seit 2020

Verzögerte Chemotherapie-induzierter Übelkeit: Prävalenzerhebung bei erwachsenen onkologischen Patientinnen und Patienten in der klinischen Praxis (CINrate)
Finanziert durch: Dr. Hans Altschüler Stiftung, St. Gallen, weitere Stiftungen sind angefragt
Kooperationspartner: ZeTuP St. Gallen; Spital Thurgau Münsterlingen; Universitätsklinikum Freiburg im Breisgau
Projektleitung: Antje Koller