Aktuelle Ausstellung

Die Ausstellung an der FHS St.Gallen zeigt Druckgrafiken, die in der Erker-Presse St.Gallen entstanden sind. Die Ausstellung wechselt jedes Jahr.

Zunächst stellt sich das Auge der Betrachtenden in der Aula des Fachhochschulzentrums auf fünf grossformatige Holzschnitte von Antoni Tàpies (1923–2012) ein: die «Suite Erker». Tàpies‘ Kunst ist verschlossen und tragisch. Er setzte sich stark mit der Verletzlichkeit des Menschen auseinander, indem er Wunden und Narben der europäischen Geschichte darstellte.

Im 1. Obergeschoss ist die Ausstellung Hans Hartung und Roland Brauchli: Druckgrafiken. Ein Dialog in Strichen und Flecken zu sehen. Sie verschränkt Druckgrafiken aus der Erker-Presse mit Werken eines zeitgenössischen Künstlers. Die Werke sind Momentaufnahmen von Gesten, manchmal in flüchtigen und manchmal in heftigen, kraftvollen Bewegungen. 

Im 2. und 3. Obergeschoss liegt der Schwerpunkt der aktuellen Ausstellung: Luce. Lumière. Licht. Die Komposition von Druckgrafiken geht von Werken des italiensichen Malers Piero Dorazio (1927–2005) aus. Farben, Licht und Schatten sind in Dorazios Werk zentral. Er schrieb 1990 in seinem Text L’ombra ladra – Der diebische Schatten: «Seit ich zum ersten Mal die Augen öffnen musste, habe ich sie stets offen gehalten. So habe ich von Kind an sehen gelernt, im Licht so gut wie im Schatten.»

Ergänzend finden sich farbige Lithografien des französisch-rumänischen Dramatikers Eugène Ionesco (1909–1994), Lyrik der beiden Italiener Giuseppe Ungaretti (1888–1970) und Mario Luzi (1914–2005). Schliesslich sehen Sie die Hommage à Hans Arp, eine Suite von kleinen druckgrafischen Blättern unterschiedlicher Künstler der Nachkriegsmoderne.

Ein weiterer Höhepunkt der Sammlung sind die Werke des 1930 geborenen deutschen Malers und Objektkünsters Günther Uecker im 4. Obergeschoss. Wiederkehrendes Thema in Ueckers Werk ist die Verletzung: die Verletzung des Menschen, die Verletzung der Natur.