Ringvorlesung MenschMaschine

Die Digitalisierung und (humanoide) Robotisierung verändern in atemberaubendem Tempo unser alltägliches und berufliches Leben. Was vor kurzem noch als technische Revolution galt, ist mittlerweile schnell überholt – zum Teil in Jahresfrist. In der interdisziplinären Ringvorlesung MenschMaschine nehmen wir den aktuellen Entwicklungsstand der (scheinbaren) Verschmelzung von Mensch und Maschine in den Blick. Wir setzen uns mit zukünftigen Arbeitswelten auseinander: Welche Auswirkungen hat die Digitalisierung für die Berufstätigkeit in der Wirtschaft, Pflege, Sozialen Arbeit, Technik und Architektur? 

Jeweils donnerstags von 16.50 bis 18.30 Uhr. Eine Anmeldung zur Ringvorlesung ist nicht erforderlich.

 

Block 1 - Mensch und Arbeit

20. September 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Kompetenzen der Zukunft in einer digitalisierten Arbeitswelt

Die Zukunft hat schon längst begonnen, könnte man angesichts immer leistungsfähigeren Systemen im Bereich der “Virtual Reality” meinen. Häufig beschränkt sich dies jedoch auf Computerspiele oder Anwendungen für Smartphones. Der DRK-Rettungsdienst Rheinhessen-Nahe präsentiert auf der Rettmobil erstmals ein Pilotprojekt für die virtuelle Ausbildung. Mit “RTW360VR” ist es gelungen, den gesamten Innenraum eines Rettungswagens realitätsnah zu virtualisieren und erlebbar zu machen. Ziel des Projektes ist die Virtualisierung bestimmter Tätigkeiten, die in der Ausbildung zum Notfallsanitäter erlernt werden müssen.

Vortrag von Philipp Köhler, DRK Nahe GmbH, mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0216

 

27. September 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

New Work: Wie verändert sich die Arbeit in Zukunft?

Die Digitalisierung und ein damit einhergehender Wertewandel, verändern die Organisationsumwelten und damit auch die Arbeitswelt sowie das Verständnis an Arbeit. Wenn Arbeit so verstanden wird, dass sie Menschen Energie gibt, sie stärkt und auf eine höhere Ebene hebt so stellen sich die Fragen, (1) wie verändert sich die Arbeit der einzelnen Person und welche Chancen ergeben sich für diese (2) mit welchen Kompetenzen können Mitarbeitende diesen begegnen; (3) welche Rahmenbedingungen, Strukturen, Kompetenzen und Modelle müssen Organisationen künftig entwickeln, um den Arbeitsplatz der Zukunft produktiv, motivierend und gesund zu gestalten. Treten Sie mit ein in eine Diskussion, wie (nicht nur) die Digitalisierung die Arbeit von morgen verändert.

Vortrag von Prof. Dr. Alexandra Cloots, FHS St.Gallen mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0416

 

Block 2 - Mensch und Körper

4. Oktober 2018, 17.20 - 19.00 Uhr

Bionik und Enhancement: Sozialpsychologische Betrachtungen medialer Diskurse über Verschmelzung von Körper und Technik

Die Medien sind voll von Berichten über außergewöhnliche Leistungen paralympischer Sportler, über bionische Prothesen, die vielleicht bald besser als „echte“ Körperteile sind und über Möglichkeiten, durch Implantate die Fähigkeit des Menschen zu verbessern (Enhancement). Ich versuche zunächst, die Begriffe Therapie und Enhancement voneinander abzugrenzen und gebe einen Überblick über den Stand der Technik in diesen Bereichen. Auf Grundlage sozialpsychologischer Modelle versuche ich die Faszination für diese Themen und den psychologischen Nutzen von Bionik und Enhancement für ihre Anwender zu erklären. Ich schließe mit Ergebnissen einer neuen empirischen Untersuchung, die den sozialen Nutzen und die sozialen Risiken einer Zukunft illustrieren, in der Körper und Maschine eins werden.

Vortrag von Bertolt Meyer, Universität Chemnitz Institut für Psychologie, mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0216

 

11. Oktober 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Die Technisierung des Menschen zwischen Humanismus und Posthumanismus

Moderne Prothetik und Implantationsmedizin lassen den technisierten Menschen zunehmend wie einen Cyborg erscheinen. Durch diverse industrielle und militärische Projekte und graswurzelartige Hacker-Gruppierungen hat die technische Modifikation des menschlichen Körpers den Bereich des Medizinischen verlassen. Der Übergang von therapeutischem Einsatz zu nicht medizinisch induziertem Enhancement ist dabei fließend. Entsprechende Zukunftsvisionen werden ideologisch zumeist mit post- oder transhumanistischen Vorstellungen verknüpft. Allerdings lässt sich diese Entwicklung auch als Fortsetzung der historischen Beziehung zwischen Mensch und Technik und somit als humanistisches Projekt deuten. Der Vortrag macht Debattenvorschläge zur Beantwortung der sozialen, ethischen und identitätspolitischen Fragen, die sich aus dieser Entwicklung ergeben.

Abstract

Vortrag von Enno Park, Cyborgs e.V. Berlin, mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0316

 

25. Oktober 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Posthumane Körper. Subjektentwürfe in Theorie und Kunst heute

Kunst ist ein Ort, an dem aktuelle Auseinandersetzungen um Identität und Teilhabe an der Welt geführt werden. Insbesondere Körper- und Geschlechterbilder können als Verhandlungen zeitbedingter Formen von Subjektivierung gelesen werden. Dieser Vortrag geht Körperbildern nach, in denen Grenzüberschreitungen und Maschinisierung des Kreatürlichen zur Debatte stehen. Mit Bezug auf Theorien aus Gender und Media Studies wird gefragt, welche Möglichkeiten Körper zulassen, die fluide, affektiv oder teilsouverän sind, die Behinderungen oder Prothesen haben? Welche Rolle spielen dabei Technologien? Wie sehen „alternative“ Körperfantasien aus, die sich sowohl normativen Zuschreibungen von „normal“ oder „perfekt“ als auch simplen Gegenentwürfen verschliessen?

Vortrag von Dr. phil. Yvonne Volkart, FHNW mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0216

 

8. November 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Cyborgs unter uns? Aktuelle Entwicklungen in der Rehabilitationstechnik

Robotische Therapie- und Assistenzgeräte spielen bereits heute eine wichtige Rolle in der Rehabilitation und Langzeitunterstützung bei Bewegungseinschränkungen durch Lähmung oder Amputation. Technische Fortschritte ermöglichen dabei eine immer engere Verbindung zwischen Mensch und Maschine, und führen langfristig zu deren Verschmelzung. Die grosse Herausforderung dabei ist es, eine intuitive und effiziente Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine zu ermöglichen. So kann zum Beispiel bei Menschen mit sehr starken motorischen Einschränkungen mittels kleinen Elektroden, welche in die Hirnrinde implantiert werden, ein Roboterarm unter Laborbedingungen mit Gedanken angesteuert werden. Währenddem dieser Ansatz noch einiges an Forschung und Entwicklung bedarf, tragen bereits bereits hunderttausende Menschen weltweit implantierte Hörprothesen, oder elektrische Hirnschrittmacher, welche Bewegungseinschränkungen reduzieren. Dieses Referat zeigt aktuelle Entwicklungen, Möglichkeiten und Herausforderungen auf und wagt einen Blick in die Zukunft.

Vortrag von Prof. Dr. Roger Gassert, ETH Zürich mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 031

 

Block 3 - Mensch und virtuelle Welt

15. November 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Ready Player One: Sind wir ready?

Der Film "Ready Player One" entführt den Zuschauer in die virtuelle Realität der OASIS. Hier kann jeder sein, wer er will. Klingt wie Science-Fiction? Mitnichten! Schon die VR-Technik von Morgen und Übermorgen könnte viele in diesem Film aufgezeigten Möglichkeiten Realität werden lassen.
Aktuelle VR-Brillen wie die Oculus Rift oder HTC Vive mögen zwar technisch noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben. Dennoch sind bereits erstaunliche Erfahrungen möglich und Grundlagen der OASIS bereits zu erkennen. Schon bald wird Virtual Reality leistungsstark und vor allem billig genug sein, dass ihrer Nutzung als Massenmedium eigentlich nichts mehr im Wege steht. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass wir uns in wenigen Jahrzehnten in einer sehr ähnlich gearteten virtuellen Reality wiederfinden werden. Eine Frage, die wir uns stellen sollten ist nicht, wie lange es noch dauert, sondern was es mit uns macht und ob wir das wollen?
Im Rahmen der Ringvorlesung Mensch und Maschine greifen die beiden Referenten Ramon Hofer und Jörg Bachmann diese Fragen auf und versuchen entlang dem Film aufzuzeigen, was jetzt bereits Realität ist, was in absehbarer Zeit möglich sein wird und was wohl für immer Fiktion bleiben wird … Are You Ready?

Vortrag von Ramon Hofer und Jörg Bachmann, FHS St.Gallen mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0216

 

22. November 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Wie Augmented und Virtual Reality unser Leben verändern wird

Direkt von der Front der Virtual Reality und Augmented Reality Anwendungen berichtet Urs Langenegger von Bandara. Was ist heute möglich und wo wird die Technik sinnvoll genutzt? Was sind Potenziale der Zukunft und mit welchen Szenarien können wir rechnen? Wird die virtuelle Realität unser Leben so drastisch verändern wie immer wieder zu hören ist? Mit Anwendungsbeispielen wird anschaulich aufgezeigt wo wir heute stehen und wo wir in Zukunft hingehen könnten. Die Schweizer Experten für Virtual und Augmented Reality haben jahrelange Erfahrung und würzen diesen Vortrag mit den nötigen Zutaten für ein gelungenes virtuelles Essen.

Vortrag von Urs Langenegger, bandara.ch, mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 021

 

Block 4 – Mensch und künstliche Intelligenz

29. November 2018, 16.50 - 18.30 Uhr

Der obsolete Mensch

Was in der Vergangenheit liegt können wir nicht ändern, was in der Zukunft liegt zumindest nicht mit letzter Sicherheit vorhersagen. Und doch ist das Zukünftige nicht (nur) Schicksalsraum sondern vielmehr das Ergebnis unserer Handlungen und insbesondere unserer Gedanken. Denn letztlich sind es unsere Wünsche, Bedürfnisse Erwartungen und Träume, die unsere Handlungen lenken und damit einen wesentlichen Gestaltungseinfluss auf die Zukunft haben. Der treibende Faktor ist somit das konstruktive, bahnbrechende und bisher autonome Denken des einzelnen Menschen. Doch dies könnte sich in Zukunft ändern. Mehr oder weniger intelligente Maschinen sind uns heute schon in vielen Bereichen ebenbürtig oder haben uns längst überholt. Dank der sogenannten künstlichen Intelligenz werden diese Maschinen zunehmend in der Lage sein zu hören, zu sehen, zu sprechen, zu lernen und vielleicht auch bald zu denken. Verhilft uns die künstliche Intelligenz zu einer lebenswerteren Zukunft, oder verlieren wir unseren Gestaltungseinfluss und machen uns die intelligenten Maschinen in letzter Konsequenz obsolet? Diesen und weiteren Fragen möchte das Referat nachgehen und dabei beleuchten, zu was künstliche Intelligenz bereits heute im Stande ist und was wir von ihr in naher Zukunft erwarten dürfen.

Vortrag von Prof. Dr. Lukas Schmid, FHS St.Gallen mit anschliessender Diskussion
Fachhochschulzentrum, Raum FZ 0216

 

Fachhochschulzentrum
St.Gallen