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Workshop 1: Diskriminierungserfahrungen und Diskriminierungsverbot

Diskriminierungen können als Mechanismen der Unterdrückung verstanden werden, an denen gegebenenfalls auch Soziale Arbeit beteiligt ist. In diesem Workshop diskutieren wir, ob und wie Soziale Arbeit diskriminiert, wie sie Diskriminierungen zu vermeiden hilft – und wie sie damit Formen der Unterdrückung verstärkt oder behindert, vielleicht sogar vermeiden kann. Wir setzen uns mit direkten und indirekten, mit institutionellen und strukturellen Diskriminierungen auseinander, denen Adressatinnen und Adressaten Sozialer Arbeit, wie auch Fachpersonen in Sozialer Arbeit ausgesetzt sind.

Moderation: Prof. Sabine Makowka, FHS St.Gallen

 

Workshop 2: Reproduktion sozialer Ungleichheit mittels Emotionen

Die Emotionssoziologie zeigt, dass Emotionen als Instrumente sozialer Kontrolle eingesetzt werden (können). Durch Emotionen wie Beschämung oder Scham werden soziale Ungleichheiten und Ausschlüsse reguliert und Grenzen zwischen verschiedenen sozialen Gruppen immer wieder von Neuem gezogen. Mit der Zugehörigkeit zu bestimmten sozialen Gruppen gehen demnach Hierarchien sozialer Wertschätzung und Achtung einher. Im Workshop wollen wir nach einem Kurzinput mittels Fallbeispielen (auch aus dem eigenen Erfahrungsschatz) Mechanismen diskutieren. Ein spezieller Fokus liegt auf der Gruppe von Personen mit Migrationshintergrund.

Moderation: Dr. Nadia Baghdadi, FHS. St.Gallen 

   

Workshop 3: «Doing intersectionality»

Soziale Ungleichheit und damit verbundene Macht- und Herrschaftsverhältnisse stellen hohe Herausforderungen an Disziplin und Praxis der sozialen Arbeit. Mit dem Konzept der Intersektionalität ist es möglich, bisher zum Teil begrenzte Analysen auf eindimensionale Ungleichheitskategorien wie Geschlecht, Ethnizität oder Klasse zu überwinden und konsequent zusammenhängender zu denken. Vor diesem Hintergrund können notwendige Handlungskonsequenzen abgeleitet werden. Diese werden wir im Workshop aufspüren und gemeinsam Machbares, Notwendiges und (scheinbar) Unmögliches diskutieren.

Moderation: Prof. Dr. Kerstin Bronner, FHS St.Gallen 

   

Workshop 4: Sozialhilfe und Capabilities – welche Wirkungen hat aktivierende Sozialpolitik?

Der Workshop beschäftigt sich mit der Frage, welches Verständnis von sozialer Gerechtigkeit sich hinter dem derzeit betriebenen Umbau des österreichischen Sozialhilferechts verbirgt. Dabei wird insbesondere auf die Forderung nach «Aktivierung» eingegangen, die im Sinne einer arbeitsmarktbezogenen Leistungspflicht der Beziehenden quasi konditional für den Vollbezug sozialstaatlicher Versorgungsleistungen gestellt wird. Anhand von Ergebnissen aus qualitativen Interviews mit Beziehenden von Mindestsicherung soll aufgezeigt und in Gruppen erarbeitet werden, wie sich der Bezug von Mindestsicherung/Sozialhilfe auf das Leben der Bezieherinnen und Bezieher auswirkt, und wie der in der Gesellschaft vorherrschende Diskurs (Schlagwörter: Soziale Hängematte, Leistungsgerechtigkeit, etc.) auch von den Beziehenden selbst reproduziert wird.

Moderation: Christian Beiser MSc, Caritas Vorarlberg; Jonathan Jancsary MA, BA

   

Workshop 5: Die Geschichte der Sozialen Gerechtigkeit in den westlichen Demokratien mit Blick in die Gegenwart

Weltweit werden von vielen Politikerinnen und Politikern nicht nur die Menschenrechte in Frage gestellt, sondern ebenso die liberale Demokratie. Einschränkungen der Presse- und Demostrationsfreiheit sowie Änderungen in der Justiz gehören zu diesen populistisch gelenkten Staaten. Im Workshop befassen wir uns mit der Bewegung für demokratische und menschliche Politik «Uns reicht‘s» sowie den Sonntags-Demos «Für ein menschlicheres Fremden- und Asylrecht». Wir gehen auf die Geschichte der Menschheit ein und vergleichen einige Beispiele der Rechtsprechung (Kodex von Hammurabi, Babylon, aus dem Jahre 1776 vor unserer Zeit und die Amerikanische Unabhängigkeitserklärung aus dem Jahre 1776 unserer Zeit).

Moderation: Prof. em. Heinz Allgäuer-Hackl, Hochschule Vorarlberg

   

Workshop 6: Kritische Analyse der Perspektiven auf Asylsuchende in Medien und Asylbescheiden

Wie Asylsuchende im öffentlichen Diskurs wahrgenommen werden hat sich in den letzten Jahren auch in Österreich sehr verändert. Nach den gestiegenen Asylantragszahlen des Jahres 2015, und auch durch ein grosses ehrenamtliches Engagement der Zivilgesellschaft im Bereich der Flüchtlingshilfe, ist vielen Personen die Thematik von negativen Asylbescheiden und auch den darin enthaltenen Formulierungen nähergekommen. In Medienberichten werden verwendete Stereotypen über Menschengruppen wie beispielsweise Homosexuelle als Ablehnungsgründe für Asyl thematisiert. Vielfach werden die hohe Fehlerquote der ersten Instanz, sehr lange Verfahrensdauern durch Berufung bei der zweiten Instanz und die komplizierten Verfahren in Bezug auf Glaubwürdigkeitsprüfungen angeprangert. In diesem Workshop wollen wir einige Medienberichte und anonymisierte Asylbescheide analysieren und deren Wirkung kritisch miteinander diskutieren.

Moderation: Prof. Doris Böhler, Hochschule Vorarlberg

   

Workshop 7: Arm, benachteiligt und isoliert – befähigende Bildungs- und Sozialpolitik als Ausweg?

Auch in unseren reichen Gesellschaften trifft das Thema Armut immer mehr Bürgerinnen und Bürger. Armut hat viele Gesichter und umfasst neben monetären insbesondere auch soziale, kulturelle, gesundheitliche und psychische Aspekte. Hinzu kommt das Phänomen, dass Armut sich immer mehr verfestigt und es für die Betroffenen immer schwieriger wird, aus dieser Lage herauszukommen. Als ein Weg der Armutsbekämpfung wird eine stärkere Ausrichtung unserer Bildungs- und Sozialpolitik auf Befähigung angesehen. Im Workshop diskutieren wir unter anderem wie eine Bildungspolitik aussehen sollte, die die Potentiale aller erschliesst, ob es einen sozialen Arbeitsmarkt braucht und welche Verantwortung der Staat übernehmen muss, um Teilhabe zu sichern.

Moderation: Prof. Dr. Marlene Haupt, Hochschule Ravensburg-Weingarten

   

Workshop 8: Medien und soziale Ungleichheit

Die Untersuchung der Gründe und Konsequenzen von sozialer Ungleichheit stellt eines der wichtigsten Tätigkeitsfeldern der Soziologie dar. Im Workshop werden spezifizierend moderne und spätmoderne Medien diskutiert, inwiefern sie zur Reproduktion sozialer Ungleichheit substanziell beitragen. Ebenso betrachen wir, ob unterschiedliche soziale Statusgruppen ein typisches Medienrepertoire, beziehungsweise Medienhandeln aufweisen. Im Anschluss an diese Rekonstruktion diskutieren wir praktisch-politische Implikationen und gerechtigkeitstheoretische Fragen.

Moderation: Prof. Dr. Andreas Lange, Hochschule Ravensburg-Weingarten