Selbst gemachtes Shampoo und Bienenwachstücher

Workshops, Talks und sportliche Aktivitäten – unter dem Motto «Nachhaltigkeit im Sport» findet kommende Woche die Sustainability Week an der Fachhochschule St.Gallen statt. Sie ist ein Projekt der drei Hochschulen der Stadt und will nicht nur die Universitäten miteinander verbinden, sondern vor allem Tipps und Tricks zur Nachhaltigkeit in den Bereichen Ernährung, Sportausrüstung und Hygieneartikel liefern.

«Sport has the power to change the world», sagte Nelson Mandela, afrikanischer Aktivist und Politiker, bereits Anfang des Jahrtausends. Sport eint, vereint, überwindet Barrieren. Diese Power will das Team der Nachhaltigkeitswoche St.Gallen, bestehend aus FHS-, HSG- und PHSG-Studierenden, nutzen.

«Wir wollen die Menschen am Beispiel des Sports – eines gesellschaftlich-sozialen Themas – dafür sensibilisieren, wie wichtig Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen ist», sagt Lotte Verhagen, Präsidentin der Studierendenorganisation Soziale Arbeit (SOSA). Aktuell studiert sie Soziale Arbeit an der Fachhochschule St.Gallen im sechsten Semester. Ziel der Sustainability Week St.Gallen ist, bezüglich Nachhaltigkeit ein Umdenken anzustossen – bestenfalls längerfristig.

Schweizweite Nachhaltigkeitswochen

Die Sustainability Week wird schweizweit durchgeführt, etwa in Zürich oder Luzern. In St.Gallen fand bereits letztes Jahr eine Nachhaltigkeitswoche an der Universität St.Gallen (HSG) statt. Dieses Jahr wirken erstmals auch die beiden anderen Hochschulen der Stadt, die FHS St.Gallen und die pädagogische Hochschule St.Gallen (PHSG), mit. Das gemeinschaftliche Projekt wurde vergangenen Herbst von der HSG initiiert.

«Die hochschulübergreifende Nachhaltigkeitswoche will einerseits zeigen, dass man eine Einheit, ein Team ist. Andererseits sollen sich die Studierenden kennenlernen», so Verhagen. Sie ist eine von 16 Studierenden der FHS, HSG und PHSG, die das diesjährige Programm organisiert haben.

Nachhaltig Sport treiben

Von Montag bis Donnerstag finden kommende Woche Workshops, Talks und sportliche Aktivitäten statt. Der Dienstag steht unter dem Zeichen einer guten Ernährung. «Heutzutage will man sich möglichst gesund und proteinhaltig ernähren. Das gilt besonders für Sportlerinnen und Sportler», sagt Verhagen. Dies sei aber nicht immer möglich. «In den Workshops geben externe Expertinnen und Experten Auskunft über vegane Ernährung sowie die Weiterverwendung von Resten.»

Welche Möglichkeiten gibt es für Sport ohne Ausrüstung? Muss das Material immer neu gekauft werden? Solche Fragen zum Sportequipment stehen im Zentrum der Diskussionen und Workshops am Mittwoch.

Der Donnerstag thematisiert Hygieneartikel. «Nach dem Sport geht ein Grossteil duschen», sagt Verhagen. Auch sie betätigt sich mehrmals pro Woche sportlich. «Deos, Duschmittel, Shampoos – wir alle verwenden sie täglich. Wir wollen genauer hinschauen, was diese Produkte an Mikroplastik enthalten und suchen nachhaltigere Alternativen.» Dazu stellen die Teilnehmenden in einem Workshop mikroplastikfreies Shampoo her.

Die Woche schliesst mit einer Movie Night am Donnerstagabend. Gerade bei solchen Veranstaltungen legt das Team der Sustainability Week Wert auf Nachhaltigkeit: Das Popcorn würde daher aus Schweizer Bio Mais hergestellt.

Edelstahl- statt Plastikflasche

Zeitgleich zu den Workshops sind die Studierenden von Montag bis Mittwoch an allen Hochschulen mit einem Sustainability-Stand vertreten. Angeboten werden gratis Kaffee und Tee. Einzige Voraussetzung für den Ausschank sei eine selbst mitgebrachte Tasse oder ein nachhaltiger Becher. Am Stand spielten die Getränke aber eine Nebenrolle, sagt die SOSA-Präsidentin. «Eigentlich geht es darum, Connections zu knüpfen und sich zum Thema Nachhaltigkeit auszutauschen.»

Am Stand findet ausserdem ein Wettbewerb statt, und es werden nachhaltige Alternativen zu Alltagsgegenständen aufgezeigt: «Verwendet man etwa eine Edelstahl- statt Plastikflasche kann man auf längere Sicht Geld sparen.» Das gleiche gelte für die Verwendung von Bienenwachstüchern statt Frischhaltefolie.

«Es braucht keine riesigen Veränderungen. Manchmal sind es nur kleine Sachen, die in der Summe Grosses bewirken», sagt Verhagen, die bereits heute darauf achtet, nachhaltig zu leben. «Nachhaltigkeit ist wichtig, und sie ist einfach umsetzbar. Das wollen wir kommende Woche durch Tipps und Tricks zeigen.»

Die Sustainability Week St.Gallen zum Thema «Nachhaltigkeit im Sport» findet vom 2. bis 5. März in den Räumen der FHS, HSG und PHSG statt. Sofern nicht anders vermerkt, ist die Teilnahme an den Infovorträgen, Workshops und sportlichen Aktivitäten kostenlos. Die Veranstaltungen sind öffentlich. Eine Anmeldung ist gewünscht, die Teilnehmendenzahl beschränkt. Weitere Informationen zum Programm sowie Anmeldung auf Facebook oder Instagram.

Text: Jasmina Henggeler
Fotos: PD