Rückblick Diplomfeier Wirtschaft 2019Grosses erreichen -mit Neugier und Gelassenheit

Der 20. September 2019 wird 152 jungen, ambitionierten Menschen in besonderer Erinnerung bleiben: es ist die Diplomfeier zu ihrem Bachelor- oder Masterabschluss der Wirtschaftslehre – und damit ein erster grosser Meilenstein ihrer Karriere. 

Diplomfeier Fachbereich Wirtschaft 2019

«Anfangs dachte ich noch, mit einer Banklehre geht es auf direktem Weg zur Wall Street. Doch schnell merkte ich, dass man damit nirgends hinkommt», sagt Athanasios Missiaris, der am 20. September 2019 sein Masterdiplom in Betriebsökonomie entgegennehmen konnte. Er entschied sich vor neun Jahren für ein Studium an der Fachhochschule St.Gallen, absolvierte zuerst den Bachelor und erinnert sich an die Rede von Sebastian Wörwag am Einführungstag: «Im Leben gibt es Sein, Schein und manchmal auch Schwein». Missiaris lacht: «Ich hatte definitiv von allem etwas.» Nach dem ersten Studium ergänzte er mit Reisen seinen Horizont und das unterstützte ihn auch beim Masterstudium. Heute schaue er gereifter darauf zurück. Und so folgte zwei Jahre nach dem Bachelor-Abschluss das Master-Studium. Geblieben sind ihm aus den sechs Jahren FHS-Zeit vieles, vor allem tiefe Freundschaften.

Vorteil FHS: Der Praxisbezug

Daran erinnert sich auch Ständerat und RA Dr. iur. Andrea Caroni, als er in Harvard (USA) den MPA absolvierte. Noch heute habe er mit seiner damaligen Klasse eine Whatsapp Chat Gruppe. Klassen und kleine Gruppen sind etwas ganz Wichtiges im Studium. Zu den Unis sieht der Rechtsanwalt aber einen grossen Unterschied: «In den Unis wirst du zum Schattengewächs, es fehlt der real life check. Der Praxisbezug an der FHS hingegen ist einfach grossartig!» Auch wenn Bachelor-Diplomandin Bettina Baur findet, die Praxisprojekte hätten bei ihr und ihren Klassenkameraden schier zum Nervenzusammenbruch geführt, sieht sie den positiven Lerneffekt dieses Praxisbezugs genauso. Sie erzählt von den Höhen und Tiefen im Studium und wie jeder auf seine Art mit dem Druck umgegangen sei. «Die Weisen unter uns schrieben schon im 1. Semester Zusammenfassungen, in den folgenden Semestern kamen weitere Weise dazu; manche unter uns machten alles bis zum Schluss auf den ultimativ letzten Drücker. Zu denen gehörte auch ich», so Baur. «Doch wir haben es alle erfolgreich geschafft.» sagt sie und ist sehr stolz auf all ihre Kolleginnen und Kollegen und natürlich auch auf sich selbst.

Neugier und kritische Selbstreflexion

Caronis Mentor war Alt-Bundesrat Hans-Rudolf Merz; er bewunderte seine innere ernsthafte Gelassenheit, die er selbst in anspruchsvollsten Zeiten seiner Amtszeit nie verloren habe. Diese Eigenschaft wünscht er sich auch für die FHS-Absolvierenden. «Und es braucht eine gewisse Grunddistanz zum Ganzen, denn es gibt auch ein Leben daneben», so der Ständerat des Kantons AR. Er rät den 110 Bachelor- und 42 Master-Absolvierenden der Wirtschaftslehre, Folgendes aus dem Studium mitzunehmen: Freude am Job, Neugier, Zuverlässigkeit und die Einstellung «ich will stets mehr davon». Bettina Baur ist gespannt, wo es alle hintreiben wird. Sie weiss aber ganz klar, was sie aus ihrem Studium mitnimmt: «Ich habe gelernt, mich selbst zu sein. Denn man wächst über sich hinaus in so einer Zeit». Bevor es dann zum feierlichen Moment überging, richtete Prorektorin Prof. Dr. Sibylle Minder Hochreutener drei Wünsche an die Absolvierenden: Erstens, man solle alles aus einer längeren Perspektive betrachten, sich Ziele setzen und nicht einfach treiben lassen. Zweitens: Die kritische Selbstreflexion nie aus den Augen verlieren und die geschaffenen Netzwerke weiterhin pflegen. Zu guter Letzt: «Nur wer sich Grosses vornimmt, kann Grosses erreichen.»