Rückblick: Diplomfeier Wirtschaft 2018

An der Diplomfeier der Lehre Wirtschaft der FHS St.Gallen haben 148 Absolventinnen und Absolventen ihren Bachelorabschluss und 55 ihren Masterabschluss gefeiert. Die Freude, «es geschafft zu haben», hat sich mit dem Bewusstsein vermischt, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist und dass ihnen die ganze Welt dafür offensteht.

Studieren ist ein Prozess und während des Studiums verändern sich die Menschen, sie entwickeln sich weiter. Diese Veränderung sowie der Ausblick darauf, was nach dem Studium folgt, waren die zwei prägenden Themen der Diplomfeier der Lehre Wirtschaft der Fachhochschule St.Gallen (FHS) am Freitag, 21. September, in der Tonhalle St.Gallen. «Zwischen dem Start des Studiums und heute, liegt eine wirkungsvolle Zeit», sagte Prof. Dr. Sibylle Minder Hochreutener, Prorektorin und Leiterin des Fachbereichs Wirtschaft in ihren eröffnenden Worten. Sei dies, um die eigenen Belastungsgrenzen zu erfahren, einen Fehler nicht zwei Mal zu machen oder sich bewusst auf etwas Unbekanntes einzulassen. Minder Hochreutener stellte weiter fest: «Sie haben viel gelernt, ob gewollt oder ungewollt.» 148 Absolventinnen und Absolventen durften das Bachelordiplom, 55 das Masterdiplom entgegennehmen; davon 37 in Betriebsökonomie und 18 in Wirtschaftsinformatik.

Abenteuer Studium überstanden 
«Erleichterung» war das Thema von Anina Angehrn, Bachelor-Absolventin mit der Vertiefung Wirtschaftsinformatik. Ihre Rede orientierte sich am Begriff «Geschafft». Ein Gefühl, das wohl die meisten Absolventinnen und Absolventen teilten, welche sich auf das «Abenteuer» Studium eingelassen haben, so Angehrn, und an diesem Tag das Abenteuer unbeschädigt als bestanden hinter sich lassen konnten. Ein wenig Nostalgie schlich sich in Angehrns Worte, oder eine Reflexion, was dies nun für ihre Zukunft bedeutet. Sie verwies auf vergangene Herausforderungen und rief ihre Mitstudierenden auf, nie zu vergessen, dass sie deren Bewältigung «immer geschafft haben».

Dieser Erleichterung über das Erreichte stellte Prof. Dr. Sebastian Wörwag, Rektor der FHS den Umgang mit der Zukunft gegenüber. Er wolle den Absolventinnen und Absolventen ein kleines Geschenk mit auf den Weg geben, nämlich die Hoffnung, dass sie das, was auch immer sie in Zukunft machen werden, mit Leidenschaft tun. Leidenschaft sei eine unglaublich starke Eigenschaft und hätte eine unwiderstehliche Auswirkung auf andere. Leidenschaft mache den Unterschied zwischen Herausragend und Mediokrität. «Suchen Sie sich die Herausforderung und die Aufgaben, an denen Sie wachsen können und nicht die leichten Aufgaben», so der FHS-Rektor.

Vielfalt ist eine wichtige Ressource, Durchschnitt verliert an Relevanz
Diesen Faden griff Dr. Kurt Weigelt, Direktor der Industrie und Handelskammer St.Gallen und Appenzell, in seinen Worten wieder auf. Während seine Karriere nach seinem Abschluss noch gesichert und in vielerlei Hinsicht vorgegeben war, so sei das heute nicht mehr so; auch im Positiven: «Heute steht uns allen die ganze Welt offen», so Weigelt. Während früher für die möglichst effiziente Arbeit eine Normierung und das Negieren von Individualität notwendig gewesen sei, so verliere der Durchschnitt heute an Relevanz. Vielmehr sei Vielfalt eine wichtige Ressource, in der komplexen Welt seien schnelle Veränderungen möglich und notwendig. Dadurch gebe es keinen vorhersehbaren Ablauf der Karriere mehr. Die Digitalisierung und Globalisierung, reflektierte Weigelt, bedeute in erster Linie die Multiplikation der Möglichkeiten. Hierbei können nun die Worte von Wörwag wieder aufgegriffen werden: Die Diplomandinnen und Diplomanden sollen der Zukunft mit Leidenschaft für die anstehenden Aufgaben begegnen, in denen sie einen Sinn sehen. Das werde dabei helfen, «am Morgen aus den Federn zu kommen und am Abend erfüllt nach Hause zu gehen», so Wörwag.

Wiederholung bietet die Chance für einen Perspektivenwechsel
Gekonnt wendete Sandro Viglino, Absolvent des Masterstudiums Betriebsökonomie, den gelernten Lebenszyklus eines Unternehmens auf seine Bildungsgeschichte an: Die Grundschule war die Aufbauphase, die Sekundarschule die Wachstumsphase und das Bachelorstudium verortete er in der Reifephase. Das Masterstudium sei die Sättigungsphase, hier würde vieles gelehrt, was man bereits schon einmal gehört habe. Eine Lehre aber, welche er aus dem Studium gezogen habe, sei, dass eine Wiederholung immer wieder die Chance für einen Perspektivenwechsel sei. Damit verhindere man auch typische Probleme während einer Sättigungsphase: sich auf den Lorbeeren auszuruhen und so den Anschluss zu verpassen. «Wissen ist nicht gegeben und das Generieren von Wissen ist ein fortlaufender Prozess der Weiterentwicklung», so das Fazit von Sandro Viglino. Seine Rede schloss er schliesslich mit dem Aufruf: «Hört nie auf zu lernen, hört nie auf zu hinterfragen.»