Rückblick: Diplomfeier Soziale Arbeit 2019Mit Ethik das Gute verwirklichen

Der Fachbereich Soziale Arbeit hat in diesem Frühling 92 Studierende gefeiert, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. 86 Bachelor- und 6 Master-Diplome wurden an der Feier im Einstein Kongresssaal überreicht. Die Festrede hielt Mathias Lindenau, Leiter des Zentrums für Ethik und Nachhaltigkeit. Er warf die Frage auf, ob Ethik schön macht.

Durch das Programm der Diplomfeier am 14. März  im Einstein Kongresssaal in St.Gallen führte Barbara Fontanellaz, Leiterin des Fachbereichs Soziale Arbeit an der FHS St.Gallen. Die Studierenden hätten über viele Semester hart für den Bachelor- oder Master-Abschluss gearbeitet, sagte sie. Sie wünschte allen Mut, Zuversicht und Offenheit, um sich im Alltag engagiert für die Anliegen der Klientinnen und Klienten einzusetzen und die Entwicklung der Gesellschaft mitzugestalten.

Einiges an Zauber verloren

FHS-Rektor Sebastian Wörwag sprach in seinen Begrüssungsworten die Wissensgesellschaft und die neuen Technologien an. Sowohl das enorme Wissen als auch die Technik eröffneten viele neue Möglichkeiten, von denen wir teilweise gar nicht wüssten, wozu wir sie gebrauchen könnten, erklärte er. Gleichzeitig mit dem Fortschritt hätten einige Dinge in der Welt an Zauber verloren. «In unserer Wissensgesellschaft erhalten wir unglaublich viele Antworten. Dabei ist die Gefahr gross, dass wir verlernen, Fragen zu stellen», betonte der Rektor.

Bildung beinhalte die Fähigkeit, denken zu können und nicht Antworten zu erhalten. «Es sind nicht die Antworten, sondern die Fragen, mit denen wir Interesse bekunden. Fragen stossen Denkprozesse an und lösen Perspektivenwechsel aus», sagte Sebastian Wörwag. Deshalb wünsche er sich, dass die Diplomandinnen und Diplomanden viele hervorragende Fragen an die Welt, an die Mitmenschen und an sich selbst stellten.

Das Gute verwirklichen

Festredner Mathias Lindenau, Leiter des Zentrums für Ethik und Nachhaltigkeit ZEN-FHS, sprach über die Verbindung von Ethik und Schönheit. Wer die beiden Begriffe in einem Atemzug nenne, müsse mit dem Vorwurf rechnen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, erklärte er. Und dennoch habe Schönheit viele Facetten und könne sich auf die verschiedensten Bereiche beziehen.

Ethik wiederum sei die Reflexion unseres Handelns. «Es geht darum, legitimieren zu können, warum wir etwas tun oder unterlassen oder einfach geschehen lassen.» Daraus resultiere schliesslich, welche berechtigten Ansprüche wir gegenseitig hätten und wozu wir deshalb auch gegenseitig verpflichtet seien. Die Frage, ob Ethik schön mache sei dann mit einem Ja zu beantworten, wenn sie dazu führe, das Gute zu verwirklichen. Auch bei Philosoph Kant sei eine Person, die aus Neigung das Richtige tue, nicht moralisch, sondern schön.

92 Diplome überreicht

Die St.Galler Stadträtin Maria Pappa lud die FHS-Studierenden als Alumni-Beirätin ein, dem Ehemaligen-Netzwerk beizutreten. Der Kontakt zu den Ehemaligen aus den verschiedensten Fachbereichen gebe wertvolle Impulse. Die 86 Bachelor- und 6 Master-Diplome übergaben die Studiengangsleiter Christine Windisch, Steve Stiehler und Marcel Meier Kressig. Den musikalischen Teil der Diplomfeier gestalteten Nadine May und Alex Steiner mit Gesang und Gitarre.