Rückblick: Diplomfeier Soziale Arbeit 2018Digitalisierung verändert Soziale Arbeit

Der Fachbereich Soziale Arbeit hat in diesem Herbst 65 Studierende gefeiert, die ihre Ausbildung erfolgreich abgeschlossen haben. 63 Bachelor- und zwei Master-Diplome wurden an der Feier im St.Galler Pfalzkeller überreicht. Die Festrede hielt HSG-Professorin Gudrun Sander. Die digitale Transformation werde die Ansprüche an die Soziale Arbeit verändern, betonte sie.

Während ihres Studiums seien sie über Berge gestiegen und in Tälern gelandet, hätten freudige und schwierige Zeiten erlebt. Sie hätten sich mit viel Offenheit immer wieder mit neuen Themen befasst. Barbara Fontanellaz, Leiterin des Fachbereichs Soziale Arbeit an der FHS St.Gallen, gratulierte den Diplomandinnen und Diplomanden zu ihrem Erfolg. Für die Zukunft wünschte sie ihnen Mut und Zuversicht, um Verantwortung zu übernehmen und sich engagiert für die Klientinnen und Klienten einsetzen zu können. Dabei sei es wichtig, das im Studium erworbene Wissen und die Erfahrungen im beruflichen Alltag immer wieder zu reflektieren und die entsprechenden Schlüsse daraus zu ziehen. «Ihr Engagement ist auch gefragt, um Neues zu erreichen und die berufliche Zukunft zu gestalten», betonte Babara Fontanellaz.

Wissen allein genügt nicht

FHS-Rektor Sebastian Wörwag erzählte in seinen Grussworten die Geschichte von William James Sidis, der mit einem IQ von mehr als 250 zu den intelligentesten Menschen der Welt zählt. 1898 in New York geboren, soll er bereits mit 18 Monaten das Lesen beherrscht und mit elf Jahren ein Studium an der Harvard-Universität begonnen haben. Laut Überlieferung konnte er 40 Sprachen fliessend sprechen. Hingegen verlief sein späteres Leben nicht perfekt. Er habe Mühe gehabt, soziale Kontakte aufzubauen und sich immer mehr zurückgezogen, berichtete der FHS-Rektor. Bereits mit 46 Jahren sei er gestorben.

Sich viel Wissen anzueignen sei zwar eine gute Grundlage, reiche jedoch noch nicht aus, um auch vernünftig zu denken und klug zu handeln, betonte Sebastian Wörwag. Dazu brauche es ständige Reflexion. In der Sozialen Arbeit gehe es schliesslich vor allem auch darum, das Wissen in Erfahrung umzuwandeln und sie zum Wohle derjenigen Menschen einzusetzen, welche auf die Dienste der Sozialarbeit und Sozialpädagogik angewiesen seien.

Neue Ansprüche an die Soziale Arbeit

Die Festrede hielt HSG-Titularprofessorin Gudrun Sander. Sie leitet das Kompetenzzentrum für Diversity und Inklusion an der Universität St.Gallen, das unter anderem Unternehmen gezielt im Bereich Gleichstellung berät. Sie zeigte sich überzeugt, dass die Digitalisierung und die künftigen Veränderungen in der Arbeitswelt einschneidende Auswirkungen auf die Soziale Arbeit haben werden. Für viele Menschen werde es beispielsweise während ihres Erwerbslebens immer wieder Phasen von Erwerbslosigkeit geben, in denen sie sich neu- und umorientieren müssten. Gelinge es ihnen nicht, sich wieder zu integrieren, seien sie auf Hilfe angewiesen. Es sei von grosser Bedeutung, bereits heute über künftige Anforderungen an die Profession der Sozialen Arbeit nachzudenken.

Bevor die Studiengangsleiter Christine Windisch und Steve Stiehler die 63 Bachelor- und 2 Master-Diplome übergaben, lud Alumni-Beirat Markus Laib die FHS-Studierenden ein, dem Ehemaligen-Netzwerk beizutreten. Den musikalischen Teil der Diplomfeier gestalteten Manuel Persico und Mathias Baumann mit Gesang, Gitarre und Keyboard.