Die Soziale Frage in Athen. Ein Radiofeature.

Kann die «Wiege der Demokratie» eine Anlaufstelle sein, um die Auswirkungen und Antworten auf neue soziale Herausforderungen zu untersuchen? Dieser Frage gingen Master-Studierende der Sozialen Arbeit auf ihrer Studienreise in Griechenland nach. 

Seit dem 19. Jahrhundert werden die wirtschaftlichen und sozialen Nachteile und die Notlage ganzer Bevölkerungsgruppen in Zeiten des sozialen Wandels insbesondere im deutschsprachigen Diskurs unter dem Titel «Die Soziale Frage» diskutiert. Mit dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007 ist die Soziale Frage  im 21. Jahrhundert angekommen. Massenarbeitslosigkeit, Armut, Obdachlosigkeit oder Eltern, die ihre Kinder in einem wohlhabenden Europa nicht mehr ausreichend versorgen können, sind nicht mehr Geister aus der Vergangenheit. Gegenwärtig wird wenig getan, um den Abbau von Strukturen des Wohlfahrtsstaates auch in einem Land zu verhindern, das als Geburtsstätte der Demokratie und der europäischen Philosophie bekannt ist.

Infolge von Arbeitsplatzverlusten, Rentenkürzungen und Mieterhöhungen in Athen und anderswo in Europa können sich nicht nur Menschen aus den oft so genannten Unterschichten nicht mehr auf ihre eigene Erwerbstätigkeit verlassen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Sie können sich auch nicht auf staatliche Institutionen und öffentliche Beihilfen verlassen, um für sie zu sorgen, und haben erkannt, dass sie ihr Leben und ihre Zukunft selbst in die Hand nehmen müssen. Gegenseitige Unterstützung, bürgerschaftliches Engagement und sichtbarer politischer Widerstand sind in Athen als konkrete Reaktionen auf diese anhaltenden sozialen und wirtschaftlichen Härten zu beobachten. Ist Solidarität die Antwort auf diese Krise?

In den Jahren der europäischen Banken- und Finanzkrise haben Institutionen, Politiker und Wissenschaftler über die Ursachen und Lösungen der Krise diskutiert. Die Menschen in Griechenland und Athen haben die Auswirkungen aus erster Hand erlebt. Die Soziale Frage in der Wiege der Demokratie – ein Radiobeitrag über Athen und seine Bürgerinnen und Bürger in Krisenzeiten. 

Eine Produktion im Rahmen der Studienreise des Masterstudiengangs Sozial Arbeit der FHS St.Gallen, BFH Bern, HSLU Luzern und ZHAW Zürich. September 2018

Mit Beiträgen der Studentinnen und Studenten: Beugger Jannik; Bilang Tabea; Erni Joel; Fröhlich Andrea; Grob Cornelia; Inal Ayse Gül; Küng Johannes; Mangold Carina; Nussbaum Samuel Linus; Oezdirek Meryem; Pulver Simon; Roth Samuel; Ruf Manuela; Schmaltz Anna-Béatrice; Städler Annette; WardakSabera; Weber Matthias; Zeier Michael

Autor und Sprecher: Matthias Weber, Technische Umsetzung: Stefan Paulus, Foto: Stefan Paulus