Identitätsbildung im digitalen Zeitalter – bildbasierte Soziale Netzwerke als Identitätslabor für Jugendliche?!Unveröffentlichte Bachelorarbeit, Fabienne Stöckli (2017)

Instagram, Snapchat, Musically und YouTube gehören für Jugendliche fest zu ihrem Lebensalltag. Dank ihres Smartphones sind sie ständig online und in Sozialen Netzwerken präsent. Was aber bedeutet es für sie, im digitalen Zeitalter aufzuwachsen? Was macht es mit ihnen, wenn sie ihre Beziehungen und ihre Identität vor allem über bildbasierte Soziale Netzwerke digital gestalten? Und: Was kann die Offene Jugendarbeit daraus ableiten? Diesen Fragen geht Fabienne Stöckli in ihrer Bachelor-Thesis «Identitätsbildung im digitalen Zeitalter – bildbasierte Soziale Netzwerke als Identitätslabor für Jugendliche?!» nach.

Seit jeher habe sich Identität in sozialen Interaktionen entwickelt. Im digitalen Zeitalter müssten mediale und visuelle Interaktion und Kommunikation aber mitberücksichtigt werden. «In der digitalisierten Lebenswelt von Digital Natives gehören vernetzte öffentliche Räume bzw. Soziale Netzwerke zu ihren wichtigsten Umgebungen», schreibt die Autorin. Jugendliche nutzten sie für ihre Selbstdarstellung und Selbstauseinandersetzung, sie gehörten daher zur aktiven Identitätsarbeit. Hier können die Jugendlichen «Facetten ihrer Identität nonverbal und visuell auf kreative Weise präsentieren und ausprobieren». Dank Feedback von ihren Peers machen sie Erfahrung mit sozialer Anerkennung und erleben Zugehörigkeit sowie kollektive Identität. «Bildbasierte Soziale Netzwerke können deshalb als ‹Identitäts­labor von Jugendlichen im digitalen Zeitalter› bezeichnet werden.» Das verlangt von ihnen aber Medien- und visuelle Kompetenzen. Sie müssen nicht nur Bilder aufnehmen, bearbeiten und versenden, sondern auch visuelle Botschaften entschlüsseln und gefälschte sowie manipulierte Bilder erkennen können. Für die Offene Jugendarbeit bedeutet das, dass sie den Jugendlichen einen bewussten und reflektierten Umgang mit Bildern im Internet vermitteln und sie über Risiken wie Cyberbullying, Sexting und Datenmissbrauch aufklären müsse. Nur dann könnten Jugendliche Instagram & Co. nach eigenen Bedürfnissen für ihre Identitätsbildung und ihre positive Selbstdarstellung im Internet kompetent nutzen. (sxa)

Stöckli, Fabienne. (2017). Identitätsbildung im digitalen Zeitalter – bildbasierte Soziale Netzwerke als Identitätslabor für Jugendliche?!. Unveröffentlichte Bachelorarbeit, FHS St.Gallen, Fachbereich Soziale Arbeit.