«Ein Magazin mit vielen bekannten Gesichtern»Interview mit Tamara Helbling

Nicht nur der Bibliotheksbetrieb ­ befindet sich wegen der Digitalisierung im Umbruch, auch die Medien­branche steht vor Herausforderungen. FHS-­Absolventin Tamara Helbling hat zur ­Zukunft von Printmedien ihre Bachelorarbeit geschrieben. Magazine wie das «substanz» der FHS wird es ihrer Meinung nach weiterhin geben.

Autorin: Nina Rudnicki

Tamara Helbling, Sie sind in Ihrer Bachelor-Arbeit zu dem Schluss gekommen, dass Print eine Zukunft hat. Hat Sie das überrascht?  

Tamara Helbling: Ja, definitiv. Bevor ich mit meiner Recherche anfing, glaubte ich nicht, dass sich Printmedien würden halten können. Meine Analyse hat nun aber gezeigt, dass beide Formen ihre Vorteile haben, und dass vor allem für Print in Kombination mit Online gute Chancen bestehen. 

Nehmen wir als Beispiel das Print-Magazin «substanz». Wie schätzen Sie dessen Zukunft ein?

Helbling: Ein Pluspunkt für das «substanz» ist, dass es ein Magazin ist. Magazine sind hintergründiger, die ­Leserinnen und Leser nehmen sich mehr Zeit für die Lektüre, etwa um sich nach einem stressigen Arbeitstag zu ­entspannen. Hinzu kommt, dass es sich um ein Magazin handelt, in dem die ­Leser viele bekannte Gesichter aus der FHS erkennen. Ausserdem wird es ­einem direkt nach Hause geschickt. Es ist zielgruppengerecht. Ein ent­scheidender Punkt ist auch, dass es als Hochschulmagazin nicht auf Inserate­einnahmen angewiesen ist. 

Sie sprechen die Inserenten an. Wie hat sich deren Verhalten verändert? Wann entscheiden sie sich für Print, wann für Online?

Helbling: Regionale Zielgruppen beispielsweise werden vor allem durch Print erreicht. Online-­Inserate sind hingegen meistens günstiger. Durch die Anzahl Klicks ist auch die Mess­barkeit garantiert, also die Bezifferung, wie viele ­Leserinnen und Leser das Inserat ­gesehen haben. Dennoch ist Print noch ­immer der beliebteste Werbeträger. Auch wenn sich diesbezüglich der Wandel bereits abzeichnet.

Wird es in Zukunft überhaupt noch reine Printprodukte geben?

Helbling: Ein Printprodukt hat nur dann eine Zukunft, wenn es auf eine Kombi­nation mit Online-Inhalten setzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten: In ­Online-Artikeln kann beispielsweise auf weiterführende Artikel in der Printausgabe verwiesen werden. Anders ­herum können am Ende eines Print-Artikels etwa QR-Codes angefügt sein. Diese scannt der Leser über sein Smartphone ein und gelangt so auf weitere Inhalte wie Online­-Grafiken oder Bilderstrecken. 

Ihre Bachelor-Arbeit ist nun abgeschlossen. Werden Sie die Entwicklungen in der Medienbranche dennoch weiterverfolgen?

Helbling: Mit Sicherheit. Es ist eine der aktuell grössten Veränderungen. Zudem habe ich Betriebswirtschaft mit Vertiefung Marketing und Kommunikation studiert. Es interessiert mich, welche Massnahmen die Zeitungsverlage umsetzen. 

Tamara Helbling

FHS-Absolventin

hat zur Zukunft von Printmedien ihre Bachelorarbeit geschrieben. Magazine wie das «substanz» der FHS wird es ihrer Meinung nach weiterhin geben.