Auf dem Königsweg zum Prototyp

Mit reiner Muskelkraft Wasser aufbereiten, mit Ultraschall Kanten nahtlos verkleben, rezeptfreie Medikamente im Automaten verkaufen: Möglich machen das die Prototypen der diesjährigen Abschlussklasse in Wirtschaftsingenieurwesen der FHS St.Gallen. Kürzlich präsentierten die Studierenden ihre Produkte und Lösungen, die sie für Partner aus der Industrie entwickelt haben. Bis auf ein Team. Das durfte nichts sagen und zeigen, weil das Unternehmen ein Patent anmelden will.

Die WING-Studierenden bauen einen Prototyp zusammen.

Wie entwickelt eine Fachhochschule einen Studiengang, der sich an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert? Damit sie diejenigen Fachkräfte ausbildet, die wirklich gebraucht werden? Zum Beispiel Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure, die Ingenieurkompetenzen und betriebswirtschaftliches Wissen in sich vereinen? Mit einer integrativen und praxisorientierten Ausbildung, in der sich die Studierenden ihr Wissen nicht einfach anhand von Fallbeispielen oder Teilprojekten aneignen. «Wir haben den Königsweg gewählt. Unsere Studierenden entwickeln neue Produkte und Lösungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette – von der Potenzialfindung über den technischen Entwurf bis zur Serienfertigung», sagt Studiengangsleiter Urs Sonderegger. Fünf Semester dauert das Industrieprojekt, den Abschluss bildet schliesslich die Präsentation der Prototypen.

Neue Produkte, neue Geschäftsmodelle

Diese können sich durchaus sehen lassen. Ein Team etwa hat für die Steinacher Trunz Water Systems eine Wasseraufbereitungsanlage entwickelt, die in einen Koffer passt und mit reiner Muskelkraft betrieben werden kann. Ein anderes Team wiederum präsentierte ein Kameragehäuse, das es für die Firma Hoegger konzipiert hat. Dieses muss den höchsten Hygienevorschriften genügen und auch Chemie und dem heissen Hochdruckreiniger standhalten. Das dritte Team erklärte, wie es für die Tübacher Leomat AG ein neues Geschäftsmodell entwickelte: Automaten, aus denen nicht nur Snacks und Getränke sondern auch rezeptfreie Medikamente bezogen werden können.

Neue Dienstleitungen, neue Angebotsmodelle

Beim vierten Team ging es um eine Technologie, mithilfe derer die Nouvag AG aus Goldach künftig Schläuche für Infiltrationspumpen automatisch identifizieren und lokalisieren kann. Gleichzeitig entwarfen die Studenten verschiedene Angebotsmodelle. Den grössten Prototypen präsentierte das nächste Team: Eine Maschine, die mit Ultraschall eine Spanplatte oder eine Faserplatte nahtlos mit einer Kunststoffkante verklebt. Wieder ein anderes Team erarbeitete für die Turbal AG ein Dienstleistungskonzept, mit dem die Firma für ihre Schweizer Kunden Konstruktionsteile günstiger beschaffen kann.

Zur Geheimhaltung verpflichtet

Ein anderes Team entwickelte für die Toggenburger Firma Optrel eine Blendschutzbrille, die ihr Glas automatisch in weniger als einer Millisekunde abdunkelt. Das letzte Team kam mit «leeren Händen». Auch durfte es nichts über ihr Projekt verraten. Ihr Industriepartner hatte es zur Geheimhaltung verpflichtet, weil er für den Prototyp ein Patent anmelden will.

Mit Rückschlägen umgehen

Neue Produkte und Maschinen, Teillösungen und Dienstleistungen – die Präsentation machte deutlich, wie verschieden die Ergebnisse ausfallen können. Denn das Ziel des Industrieprojektes ist, zunächst die Problemstellungen der Industriepartner zu verstehen, um dann eine sinnvolle Lösung zu entwickeln. Nicht für jedes Team verlief der Weg zum Prototyp geradlinig. Einige der Teams mussten sich mitten im Industrieprojekt neu orientieren, ein anderes gar von vorne beginnen. Trotzdem ziehen alle Studierenden ein positives Fazit. «So habe ich gelernt, dass es kein Problem ist, Fehler zu machen. Es geht darum, dass man diese erkennt, daraus lernt und Gegenmassnahmen entwickelt», sagt einer der angehenden Wirtschaftsingenieure. Man müsse sich wieder aufraffen. Manchmal werde nur eine von hundert Ideen umgesetzt. Das sei letztlich die Realität, die sie später in der Wirtschaft antreffen würden.

Mehr Informationen zu den Industrieprojekten lesen Sie hier.

Mehr Informationen zum Bachelor-Studiengang in Wirtschaftsingenieurwesen finden Sie hier.

Kontakt

Andrea Sterchi
Kommunikationsbeauftragte
andrea.sterchi@fhsg.ch
+41 71 226 16 13

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Mit reiner Muskelkraft Wasser aufbereiten, mit Ultraschall Kanten nahtlos verkleben, rezeptfreie Medikamente im Automaten verkaufen: Möglich machen das die Prototypen der diesjährigen Abschlussklasse in Wirtschaftsingenieurwesen der FHS St.Gallen. Kürzlich präsentierten die Studierenden ihre Produkte und Lösungen, die sie für Partner aus der Industrie entwickelt haben. Bis auf ein Team. Das durfte nichts sagen und zeigen, weil das Unternehmen ein Patent anmelden will.

Die WING-Studierenden bauen einen Prototyp zusammen.

Wie entwickelt eine Fachhochschule einen Studiengang, der sich an den Bedürfnissen der Wirtschaft orientiert? Damit sie diejenigen Fachkräfte ausbildet, die wirklich gebraucht werden? Zum Beispiel Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure, die Ingenieurkompetenzen und betriebswirtschaftliches Wissen in sich vereinen? Mit einer integrativen und praxisorientierten Ausbildung, in der sich die Studierenden ihr Wissen nicht einfach anhand von Fallbeispielen oder Teilprojekten aneignen. «Wir haben den Königsweg gewählt. Unsere Studierenden entwickeln neue Produkte und Lösungen entlang der ganzen Wertschöpfungskette – von der Potenzialfindung über den technischen Entwurf bis zur Serienfertigung», sagt Studiengangsleiter Urs Sonderegger. Fünf Semester dauert das Industrieprojekt, den Abschluss bildet schliesslich die Präsentation der Prototypen.

Neue Produkte, neue Geschäftsmodelle

Diese können sich durchaus sehen lassen. Ein Team etwa hat für die Steinacher Trunz Water Systems eine Wasseraufbereitungsanlage entwickelt, die in einen Koffer passt und mit reiner Muskelkraft betrieben werden kann. Ein anderes Team wiederum präsentierte ein Kameragehäuse, das es für die Firma Hoegger konzipiert hat. Dieses muss den höchsten Hygienevorschriften genügen und auch Chemie und dem heissen Hochdruckreiniger standhalten. Das dritte Team erklärte, wie es für die Tübacher Leomat AG ein neues Geschäftsmodell entwickelte: Automaten, aus denen nicht nur Snacks und Getränke sondern auch rezeptfreie Medikamente bezogen werden können.

Neue Dienstleitungen, neue Angebotsmodelle

Beim vierten Team ging es um eine Technologie, mithilfe derer die Nouvag AG aus Goldach künftig Schläuche für Infiltrationspumpen automatisch identifizieren und lokalisieren kann. Gleichzeitig entwarfen die Studenten verschiedene Angebotsmodelle. Den grössten Prototypen präsentierte das nächste Team: Eine Maschine, die mit Ultraschall eine Spanplatte oder eine Faserplatte nahtlos mit einer Kunststoffkante verklebt. Wieder ein anderes Team erarbeitete für die Turbal AG ein Dienstleistungskonzept, mit dem die Firma für ihre Schweizer Kunden Konstruktionsteile günstiger beschaffen kann.

Zur Geheimhaltung verpflichtet

Ein anderes Team entwickelte für die Toggenburger Firma Optrel eine Blendschutzbrille, die ihr Glas automatisch in weniger als einer Millisekunde abdunkelt. Das letzte Team kam mit «leeren Händen». Auch durfte es nichts über ihr Projekt verraten. Ihr Industriepartner hatte es zur Geheimhaltung verpflichtet, weil er für den Prototyp ein Patent anmelden will.

Mit Rückschlägen umgehen

Neue Produkte und Maschinen, Teillösungen und Dienstleistungen – die Präsentation machte deutlich, wie verschieden die Ergebnisse ausfallen können. Denn das Ziel des Industrieprojektes ist, zunächst die Problemstellungen der Industriepartner zu verstehen, um dann eine sinnvolle Lösung zu entwickeln. Nicht für jedes Team verlief der Weg zum Prototyp geradlinig. Einige der Teams mussten sich mitten im Industrieprojekt neu orientieren, ein anderes gar von vorne beginnen. Trotzdem ziehen alle Studierenden ein positives Fazit. «So habe ich gelernt, dass es kein Problem ist, Fehler zu machen. Es geht darum, dass man diese erkennt, daraus lernt und Gegenmassnahmen entwickelt», sagt einer der angehenden Wirtschaftsingenieure. Man müsse sich wieder aufraffen. Manchmal werde nur eine von hundert Ideen umgesetzt. Das sei letztlich die Realität, die sie später in der Wirtschaft antreffen würden.

Mehr Informationen zu den Industrieprojekten lesen Sie hier.

Mehr Informationen zum Bachelor-Studiengang in Wirtschaftsingenieurwesen finden Sie hier.

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