Kompetenzzentrum Soziale Räume
Das Kompetenzzentrum Soziale Räume widmet sich aktuellen sozialräumlichen Fragestellungen, mit dem Ziel, neues Grundlagenwissen zu erarbeiten und dieses in die Praxis zu transferieren. Die Themenschwerpunkte liegen im Bereich der Bildungsräume, der Stadt-, Regional- und Agglomerationsräume, der Kinder- und Jugendräume sowie der Transnationalen Räume.
Neue Herausforderungen im Kontext gesellschaftlicher EntwicklungenRäume sind immer Soziale Räume. Sie sind das Ergebnis sozialer Praktiken verschiedenster Akteure. Gesellschaftliche Entwicklungen wie die stärkere Mobilität, Zersiedelungstendenzen, der demografische Wandel oder die veränderte Thematisierung des öffentlichen Raums setzen neue Herausforderungen und fordern proaktive Gestaltungsformen. Um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, genügen Einzelperspektiven und punktuelle Aktionen selten. Erst ein erweiterter Blick auf räumliche, soziale und steuerungslogische Dimensionen vermag sozialräumliche Herausforderungen vollumfänglich zu erfassen.
Mehrdimensionale HerangehensweiseDas Team des Kompetenzzentrums Soziale Räume gewährleistet diese mehrdimensionale Herangehensweise mit seiner fachlichen Zusammensetzung und dem Arbeitsansatz des St.Galler Modells zur Gestaltung Sozialer Räume. Unsere Expertinnen und Experten der Erziehungs- und Sozialwissenschaften, Sozialen Arbeit, Sozialgeographie, Raumplanung, Architektur, Medien und Wirtschaft haben langjährige Erfahrung in unterschiedlichen Dienstleistungs- und Forschungsprojekten.
St. Galler Modell zur Gestaltung Sozialer Räume
Viele aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen verweisen auf einen Raumbezug:
Neue Kommunikationsformen erweitern unsere Ortsbezüge (soziale Netzwerke), soziale Ungleichheit zeigt sich in spezifischen Gebieten ("Brennpunkte") und bisherige administrative Einteilungen nach sachbezogenen Zuständigkeiten werden durch neue Gebietsbezüge abgelöst (Sozialregion).
Der Begriff Soziale Räume bringt diese Raumbezogenheit zum Ausdruck, indem gesellschaftliche Entstehungs-, Veränderungs- und Entwicklungsprozesse und deren räumliche Bezüge ins Zentrum der Betrachtung rücken.
Mit dem St.Galler Modell blicken wir auf räumliche, soziale und steuerungslogische Dimensionen Sozialer Räume. Nur über diesen erweiterten Blick können sozialräumliche Fragestellungen umfassend erforscht und Handlungsoptionen entwickelt werden.
Zugang über Orte
Der erste Zugang zum Sozialen Raum setzt direkt an Orten an. Das kann eine Wohnsiedlung, ein Platz, ein Innenhof, ein Einkaufszentrum oder ein Quartier sein. Ansatzpunkt dieser Gestaltungsperspektive ist also die Welt der Dinge und Objekte. Raumplanung und Landschaftsgestaltung, aber auch Architektur, Design und Kunst spielen in diesem Zugang eine zentrale Rolle.
Zugang über Steuerungsprozesse
Beim zweiten Zugang steht die Gestaltung von Strukturen und Steuerungsprozessen im Vordergrund. Die Bearbeitung Sozialer Räume wird aus dieser Perspektive durch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen und/oder Organisationsstrukturen, Steuerungs- und Verteilungsmechanismen ermöglicht, was v.a. in den Feldern der Verwaltung und politischen Steuerung sichtbar wird.
Zugang über Einzelne und Gruppen
Der dritte Zugang legt den Fokus auf die Arbeit mit Einzelnen und Gruppen, was spezifische Felder der Sozialarbeit und Sozialpädagogik, wie etwa Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, Streetwork oder Gemeinwesenarbeit etc. betrifft. Mit dieser Perspektive ist der Anspruch verbunden, die Lebensbedingungen bestimmter Gruppen an konkreten Orten zunächst einmal bewusst zu machen und dadurch Gestaltungsoptionen für ein konfliktfreies Zusammenleben zu ermöglichen.
Alle drei Zugänge im Blick
Das Kompetenzzentrum Soziale Räume hat stets alle drei Zugänge im Blick und eröffnet damit neue Perspektiven für die Bearbeitung gesellschaftlicher, raumrelevanter Themen. Durch die mehrdimensionale Perspektive kann der Komplexität gesellschaftlicher Fragestellungen entsprochen werden.
Sozialraumarbeit- Sozialraumforschung
In der Sozialraumforschung steht die Analyse von räumlichen Praktiken im Zentrum. Sozialraumarbeit hingegen ist die professionelle Arbeit an und mit Sozialräumen. Ihren Ausgangspunkt sucht die Sozialraumarbeit deshalb nicht innerhalb spezifischer Territorien, sondern an den konkreten, aber heterogenen und dynamischen Orten und am Zusammenspiel der unterschiedlichen Aktivitäten, die Räume (re-)konstruieren.